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VORWORT
In Darstellungen vieler Institutionen sowohl in der Türkei als auch im englischen Sprachraum wird gerne von „unserer Mission" und „unserer Vision" gesprochen. Im deutschen Sprachbereich sind wir gerade beim Begriff Mission etwas zögernder, da hier noch stärker Konnotationen früherer religiöser Bestrebungen aufklingen, die in der Türkei zusätzlich noch mit politischen Ansprüchen europäischer Groilmächte des 19. Jahrhunderts in Verbindung gebracht wurden. Noch vor wenigen Jahren wurde in türkischen Dokumenten der nationalen Sicherheit der unbestimmte Begriff „Tätigkeit von Missionaren" als ein für die staatliche Einheit gefährdendes Element aufgezeigt.
Für das St. Georgs-Werk* war das deshalb nicht der Fall, weil einfach durch die 130 Jahre alte Geschichte die respektvolle, ja freundschaftliche Beziehung zum Gastland sichergestellt war. Und doch haben wir bei allen Umbrüchen dieser Zeiten den kirchlichen Namen St. Georg stets hoch gehalten, weil wir aus dieser Sendung heraus die Kraft erhalten haben, in manchmal wenig Hoffnung eröffnenden Entwicklungen immer wieder mit Zuversicht in die Zukunft zu schreiten. Unser Schulwerk hat sich in den Umbrüchen des türkischen Staates mit Offenheit der Zielsetzung der säkularen Republik Kemal Atatürks geöffnet und ordnet sich so auch heute gut in das langsam wachsende österreichische Auslandsschulwesen ein, ohne allerdings den kirchlichen Gründer und Träger zu verleugnen. Wegen dieser kirchlichen Verwurzelung hat auch die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils mit Anton Lehmden eine so ausdrucksstarke Umsetzung in St. Georg erfahren.
Seit der Cründur\gszeit im 19. Jahrhundert ist die grammatikalisch unübliche Schreibung mit einem Bindestrich
(z. B. st Ceorgs-Kolleg) überliefert Sie wurde bis heute für den offiziellen Namen der Schule beibehalten.