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Vorwort
Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien - nicht »Bürgerkrieg« oder »Religionskrieg«, sondern Landeroberungskrieg und Genozid - droht durch seine Drahtzieher nach Süden verlagert bzw. ausgeweitet zu werden. In Kosova (serb.: Kosovo), einer heute serbischen Provinz mit 90% albanischer Bevölkerung, begann der Jugoslawienkrieg, lange bevor serbische Truppen Kroatien und Bosnien-Herzegowina überfallen sollten.
In Kosova herrscht de facto Apartheid seit 1981. Hier wurde die föderale Verfassung durch die Herrschenden in Belgrad erstmals gebrochen. Hier erfuhr die großserbische Dominanz in Jugoslawien ihren ersten Widerstand.
Mehr als zwei Millionen Albaner leben in Jugoslawien auf einem geschlossenen Territorium, direkt an der Grenze zur Republik Albanien, die Mehrheit unter ihnen (= 1,7 Mio.) in Kosova, der 1974 bis 1989 de jure »autonomen Provinz« zwischen Serbien und Albanien. Die Hälfte der Albaner lebt heute außerhalb Albaniens.
Die Geschichte des Berglandes von Kosova, einer Brücke zwischen Zentraleuropa und dem Orient reicht weit zurück. Eroberungszüge der Römer, Byzantiner, Slawen und Osmanen sind über die Illyrer und ihre Nachfahren, die Albaner, hinweggegangen.
Nach dem Sieg der jungen Balkanstaaten über das Osmanische Reich gegen Ende des 19. Jhs. begann auf dem Siedlungsgebiet der Albaner 1878 ein Völkermord im Namen »Großserbiens«, welcher 1912/13,1918,1937 und 1981ff fortgesetzt wurde.
Seit 1912 wurden die Kosova-Albaner immer wieder in großer Zahl aus ihrer Heimat vertrieben oder zur Emigration gedrängt. Neben Österreich und der Türkei war und ist Deutschland das Land, in dem die meisten Exil-Albaner lebten und leben.