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Klari-Oma nahm aus der Wirkwarenfabrik Strickjacken in immer größeren Mengen mit nach Hause. Sogar in die Menagereindln stopfte sie Jacken hinein und die arme Vica, ihr Enkelkind, durfte sich in der Schule in den stets zu großen, spitzengehäkelten Oberteilen schämen. Klari-Oma versorgte irgendwann nicht nur die Familie, sondern auch die Nachbarn. Da es aber ganz vom Zufall abhing, wann sie welches Musterstück stehlen konnte, kam es auf der Bank vor dem zweistöckigen Haus zu groß angelegten Tauschaktionen. Früher oder später fanden alle passende Jacken und die Oma erhielt im Tauschweg Zündhölzer, Joghurtbecher, Burda-Schnittmuster und Stickgarn.
Sie war überhaupt nicht wie eine normale Großmutter: Sie trug Lippenstift, kleidete sich mit nervtötender Geschmacklosigkeit und log fortwährend. Vera, ihre Tochter, schämte sich ungeheuerlich für sie, hauptsächlich wegen der Lügerei. Klari-Oma las anlässlich ihrer nächtlichen Abfallcontainerrunden unzählige alte Fotos auf, die sie dann den Nachbarn unter Vorbringung erfundener Geschichten zeigte. Selbst Romy Schneider hatte sie einmal in die Verwandtschaft einbezogen, und sie berichtete über die Geburt zahlreicher Babys, um dann die Namen der Kleinen und ihr Alter umgehend zu vergessen. Als Vera,