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ZUM GELEIT
Das magyarisch-rumänische Verhältnis von der Jahrhundertwende bis zur Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg ist Gegenstand dieses Buches, das als Band 19 in der Reihe "Zur Kunde Südosteuropas II" vorgelegt wird.
Gerade in der gegenwärtigen Situation mit dem Zerfall mehr- und supranationaler staatlicher Gebilde in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa, mit Umbmch und Neuorientiemng, mit dem Aufbrechen "neuer" "alter" NationaHsmen, mit der Sorge um Stabilität, Berechenbarkeit und Minderheitenschutz ist das von Peter Haslüiger behandelte Problemfeld in seiner Wirkungs- und Bedeutungskontinuität von aktueller Bedeutung. Es skizziert das Dilemma der scheinbaren oder anscheinenden Unvereinbarkeit zwischen exklusivem nationalem Selbstbestimmungsrecht und übergreifender Integration im Sinne des Föderalismus. Es gipfelt in den prägnanten Worten der Partner und Hauptkontrahenten bei den Novemberverhandlungen 1918 in Arad.
luliu Maniu, als Unierter selbst Angehöriger einer Minderheit, formulierte als führender Exponent der Rumänischen Nationalpartei die unverrückbare Position der Rumänen: "Wir haben die anderen Völker nicht gerufen". Demgegenüber mußte das Programm des Nationalitätenministers der neuen ungarischen Regiemng Károlyi, mußte die alternative Absichtserklämng von Oszkár Jászi: "Wir wollen aus dem alten, feudalen Ungam eine großartige östliche Schweiz machen" unwirksam bleiben.
Haslingers "Reflexionen eines unbeteiUgten, aber keineswegs unberührten Zusehers" zeichnen davon ein konturenreiches Bild.
Graz/Wien im April 1993 H. Haselsteiner