Bővebb ismertető
ZUM GELEITIn den letzten Jahren hat sich international die Arbeitergeschichtsforschung vor allem auf zwei Gebieten entwickelt: Im Bereich der Sozialgeschichte der Arbeiter und jenem der komparativen Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung. Dabei hat sich gezeigt, daß durch Vergleichsstudien noch sehr fruchtbare Ergebnisse auch zur politischen Arbeitergeschichte zu erwarten sind.Die Sozialgeschichte hat mittlerweile ihren Einzug in die österreichische Arbeiterhistoriographie genommen. Auf dem Gebiet der Komparatistik ist jedoch noch einiges zu leisten. Bescheidene Ansätze dazu zu liefern, ist seit ihrer Konstituierung im Jahr 1984 das erklärte Ziel der gemischten österreichischungarischen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung.In den bisher abgehaltenen zwei Symposien wurde versucht, die Geschichte der ungarischen und der österreichischen Sozialdemokratie - zweier von ihrem Aktionsrahmen und zum Teil auch ihrer Ideologie eng verwandter, andererseits (beispielsweise im Parteiaufbau) doch sehr verschiedener sozialdemokratischer Parteien - unter vergleichenden Gesichtspunkten zu beleuchten.Dabei sollte bewußt eine Einengung auf die politische Geschichte vermieden werden. Dementsprechend breit gefächert sind die Beiträge in dem vorliegenden Band. Er ist Resultat des Symposions "Probleme der österreichischen und der ungarischen Arbeiterbewegung vor 1914" vom 5. bis 9.9.1986 im Bildungsheim der Arbeiterkammer Steiermark in Graz, für deren freundliche und überaus angenehme Beherbergung wir uns hier herzlich bedanken. Es bleibt zu hoffen, daß das Buch Anstöße geben kann - zur Beschäftigung mit der österreichischen Sozialdemokratie im Habsburgerstaat ohne Beschränkung auf ihren deutschsprachigen Teil; mit der Geschichte der österreichischen Arbeiterbewegung im internationalen Rahmen unter vergleichenden Gesichtspunkten.Unter diesem Aspekt versteht sich das vorliegende Buch nicht zuletzt als Versuch, in der österreichischen Arbeitergeschichtsforschung weitere, international orientierte Blickrichtungen anzuregen.Wolfgang Maderthaner