Bővebb ismertető
Arbeiterkultur - Arbeiterfolklore Volksmusik und Volkslied spielten naturgemáfi eine erhebliche Rolle bei allén Vortrágen und Diskussionen auf der in Kopenhagen abgehaltenen ersten skandinavischen Tagung über Arbeiterkultur und Arbeiterfolklore im August 1983. Der Berichterstatter, der selbst nicht teilnahm, mufi sich hier vor allém darauf beschránken, auf spezielle Themen innerhalb der Volksliedforschung einzugehen, so weit diese in der umfangreichen Referatesammlung gleichzeitig mit dem Kongrefi, mit Teilnehmern aus allén skandinavischen Lándern, publiziert vorlagen (Manuskriptdruck, vier Teile in sieben Bánden, einschlieíSlich ,Arbeiterliederbuch mit Kommentár'; Kobenhavns Universitet: Institut for Folkemindeforskning, ed. Flemming Hemmersam, 1983). Flemming Hemmersam (I, 15-50) unterstreicht den engen Konnex von Arbeiterüberlieferung (Alltagskultur, worker lore) und Tradition der Gewerkschaften (tlabor lore) als eine der Voraussetzungen perspektivenreicher ethnologischer und folkloristischer Arbeit. Hier wáre als Aufgabengebiet ein Korrektív zur bestehenden Erforschung bürgerlicher und báuerlicher Kultur zu suchen. Der Referent verschweigt auch nicht, dafi es keinesfalls die bürgerliche Ideologie sein kann, die ihn in seinen neuen Wertvorstellungen leitet. Nach Gramsci gábe es innerhalb der Arbeiterfolklore konservativreaktionáre Strömungen und schöpferische, erneuernde Elemente. Zu den letzteren könne man u. a. die ,Volkslieder demokratischen Charaktersc záhlen (Steinitz). Dieser Gegensatz liefie sich auf das Spannungsfeld Kunstlied und Arbeitervolkslied übertragen, wobei im ersteren die objektiven Interessen der Werktátigen von bürgerlicher Ideologie umgedeutet und verfálscht werden könnten (z. B. im Soldatenlied und in dem die Idylle schildernden Bergmannslied). Zu diesem wohl dokumentierten Komplex, über den vielfáltige Forschungen auf marxistischer Grundlage vorliegen, müfite als notwendige Ergánzung die bisher versáumte Analyse der Uberlieferung innerhalb der organisierten Arbeiterbewegungen treten (Vorarbeiten von Archie Green: industrial lore). Hier verweist Hemmersam kurz und m. E. etwas zu oberfláchlich auch auf die Folklorismusdebatte. Für die Bundesrepublik wird auf Arbeiten von Gottfried Korff (z. B. über den 1. Mai) Bezúg genommen. Stefan Bohman (II, 2-19) referiert über die Musik der Arbeiterbewegung. Welcher Symbolik bediente man sich in Schweden? Woher nahm man die Vorlagen für neue Traditionen? Bohmans Blick in dieser Untersuchung ist jklassenspezifisch', d. h. er richtet sich auf alle organisierten Teile der Arbeiterschaft einschliefilich parteipolitischer Gruppierungen. Auch hier kamen Traditionen keineswegs aus dem Nichts. Religiöse und nationale Symbole wurden sákularisiert und parodiert (nachgeahmt, umgedeutet). Die ,organisierte' Kultur (Liedtexte, Notenschrift, Chorgesang) pafite