Bővebb ismertető
Vom 2. - 5. November 2000 hat in Kassel der 21. Workshop Kinderpsychoanalyse mit dem Thema Ödipale Passagen. Von den Frühformen des Ödipuskomplexes zur Anerkennung des Gesetzes stattgefunden. Die Vortráge der Tagung werden in dieser Ausgabe der arbeitshefte kinderpsychoanalyse 29/30publiziert. Die Reihenfolge der Beitráge ist im Wesentlichen die des Tagungsprogramms - es wurde nicht der Versuch gemacht, durch die Anordnung inhaltliche Bezüge zwischen den Beitrágen herzustellen. Damit treten eher die besonderen Zugánge zum Thema, die die klinische Arbeit und die theoretischen Reflexionen der einzelnen Beitráge auszeichnen, hervor. Die ethno-psychoanalytischen Forschungen mario ErDHEIMs zur Bedeutung des Fremden in der Kultur sind bestimmend für seine These von der Notwendigkeit des Generationskonfliktes, die er in dem hier publizierten Aufsatz ausarbeitet. In der Sicht Erdheims besteht zwischen dem Familiáren und dem Kulturellen ein grundsátzlicher Antagonismus. Das Familiáre ist die Spháre des Vertrauten, wo man mit Normen und Werten übereinstimmt, das, was als zum Eigenen gehörig empfunden wird - das Identische. Das Familiáre ist nur ein Teil der Kultur und steht zumindest in einem Spannungsfeld zum Gesellschaftlichen, das durch das Aufeinandertreffen von Verschiedenartigem und durch Offenheit gegenüber Fremdem und Neuem gekennzeichnet sei. Gegenüber den ödipalen Konflikten in der Kindheit, die sich an und mit den Eltern vollziehen, zwingt das Inzestverbot den Jugendlichen, sich mit der Wiederbelebung der ödipalen Konflikte in der Adoleszenz nach aufíen, dem Anderen und Fremden zuzuwenden. Die Rede von einer Ablösung" sieht Erdheim als verharmlosend, da sie sich lediglich auf die Person der Eltern bezieht, nicht auf die Struktur des Familiáren mit seinen Idealen und Werten und dem Sicherheit gebenden Vertrauten. Mit der Orientierung nach auíSen, d.h. dem Risiko, sich auf Fremdes einzulassen, Neues zu erproben, muss der Jugendliche die dagegen stehenden Werte und Neigungen in sich bekámpfen und überwinden. Das, was die Jugendlichen in die Lage versetzt, Mut und Fáhigkeiten zu entwickeln, um Neues zu schaffen, d.h. den Umbau der Realitát zu wagen, ist nach Erdheim die Wiederbelebung von Omnipotenz in der Adoleszenz. Sein Konzept der Omnipotenz ist damit die entscheidende Stütze seiner These. Auf dem Hintergrund der theoretischen Uberlegungen diskutiert Erdheim die Umgangsweisen in der Gesellschaft mit den Ausdrucksformen von Omnipotenz bei Jugendlichen und deren Folgen. Institutionen, stellt Erdheim fest, habén oft eine Tendenz, familiáre Bindungen zu beerben und sich familiár, inzestuös abzuschliefíen.