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Vorwort
VORWORT
In Anbetracht der außenpolitischen Herausforderungen, mit denen Österreich sich heute konfrontiert sieht, ist eine eigenständige kulturelle Selbstdarstellung wichtiger denn je.
Die vom Bundesministerium für Unterricht und Kunst initiierten und vorerst auf zwölf Themenhefte ausgelegten Materialien zur österreichischen Landeskunde sind ein wichtiger Beitrag zu dieser Selbstdarstellung jenseits der gängigen Österreich-Klischees, die auch selbst immer wieder zur Diskussion gestellt werden.
Es wird versucht, ein Spektrum möglicher Befindlichkeiten und Lebensverhältnisse in diesem Land aufzuzeigen - ein für jedermann gleich verbindliches Österreichbild kann und soll es wohl auch nicht geben.
Den nunmehr vodiegenden Bänden ist ein breit angelegter Evaluationsprozeß vorangegangen, in dem österreichische Lektorinnen ebenso wie ausländische Lehrerinnen um ihre Meinung zu den Büchern gebeten wurden. Die Rückmeldungen waren sehr ermutigend, eingebrachte Anregungen wurden dankbar aufgegriffen, sodaß nunmehr gehofft werden darf, daß die Materialien variabel genug sein werden, um in den unterschiedlichen Unterrichtssituationen und Kulturkreisen, in denen sie sich werden bewähren müssen, Anregungen für eine Auseinandersetzung mit unserem Land bieten zu können.
Das Lernen einer Sprache bedeutet immer auch Auseinandersetzung mit der dahinterstehenden Kultur, denn nur im lebensweltlichen Zusammenhang erschließen sich Bedeutungen, wird Sprache lebendig.
Die Benutzer dieser Landeskundematerialien sind eingeladen, sich mit den vielfach durchaus subjektiven Einzelwahrnehmungen, die erst in der Summe ein Gesamtbild österreichischer Wirklichkeit ergeben, auseinanderzusetzen und sie mit ihrer eigenen Erfahrungswelt in Bezug zu bringen.
Gleichzeitig sollen die Hefte Lust auf ein Kennenlernen Österreichs machen, sollen dazu anregen, sich mit den unser Land aktuell bewegenden Fragen auseinanderzusetzen und sich mit den ausgewählten Beispielen österreichischer Gegenwartsliteratur zu beschäftigen. In diesem Sinne ist diesem Lehrwerk viel Erfolg zu wünschen.
Dr. Rudolf Schölten
Bundesminister für Unterricht und Kunst