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Vorwort
Auch in diesem Jahr kann die Archäologische Denkmalpflege des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg, wie sie seit dem L Februar 1984 heißt, in der Publikation »Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1984« einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit geben. Wieder berichten die Archäologen der Denkmalpflege und anderer archäologischer Institutionen über die Ergebnisse ihrer Arbeit. Dabei wird deutlich, wie breit das Spektrum archäologischer Wissenschaft in unserem Lande ist. Von der Urgeschichte bis in die Neuzeit spannt sich der Bogen archäologischer Ausgrabungen, die neue Gesichtspunkte zur Erforschung des jeweiligen historischen Abschnittes unserer Landesgeschichte erbracht haben. In vielen Bereichen läßt sich das Bild unserer Geschichte nur mit Hilfe archäologischer Ausgrabungen erschließen, oder sie geben uns bisher ungeahnte Einblicke in das Leben der einfachen Bevölkerung. Im Mittelalter, wo wir, bedingt durch den Urkundenbestand, meist nur einseitigen Einblick in das Leben der jeweiligen Zeit gewinnen können, eröffnet die Archäologie neue Perspektiven. Die hier vorgelegte Publikation berichtet über die neuesten Untersuchungen der Landesarchäologie in unserem Lande. Obwohl hier wiederum ein positiver Bericht gegeben werden kann, darf nicht übersehen werden, daß gerade im Bereich der Archäologischen Denkmalpflege Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr ein enormer Verlust an Denkmalsubstanz zu verzeichnen ist. Nur in den seltensten Fällen ist es den Archäologen möglich, durch die letzte denkmalpflegerische Konsequenz- die Ausgrabung, die Befunddokumentation und die Sicherstellung der Funde - das
archäologische Denkmal wenigstens in Teilen zu erhalten und zu retten. Gerade dieser Aspekt wurde anläßlich des 1. Landesdenk-maltages Baden-Württemberg, der am 23. und 24. Oktober 1984 in Ravensburg stattfand, besonders hervorgehoben. In drei Vorträgen und in einer Exkursion wurde den Teilnehmern dieser ersten Tagung klar, vor welche Aufgaben und Probleme die Landesarchäologie tagtäglich gestellt ist.
Das Jahr 1984 brachte für die Archäologen innerhalb des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg eine wichtige Veränderung. Mit Wirkung vom 1. Februar 1984 wurde die Abteilung II - Bodendenkmalpflege - ergänzt durch den Aufgabenbereich der Archäologie des Mittelalters, der bis dahin bei der Abteilung I - Bau- und Kunstdenkmalpflege - angegliedert war. Damit sind nun innerhalb des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg alle archäologischen Bereiche in einer Abteilung zusammengefaßt. Um die Wichtigkeit und die besondere Stellung der Archäologie des Mittelalters zu verdeutlichen, wurde innerhalb dieser Abteilung das Referat 26 geschaffen, das übergreifend die Archäologie des Mittelalters zu vertreten hat. Zweifellos konnte durch diese Neuorganisation die Arbeit der Archäologie intensiviert werden. Aus diesem Anlaß erscheint am Anfang der Beiträge aus dem Bereich der Archäologie des Mittelalters ein Überblick von Dr. D. Lutz über die Aufgabe und die Arbeitsweise der Archäologie des Mittelalters. Die Archäologische Denkmalpflege verfügt damit über sechs Referate, deren Aufgabenbereiche aus der Tabelle am Schluß des Buches hervorgehen. Eine besondere Freude und Genugtuung ist es