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Editorial
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Für viele von uns liegt zv^isclien Euphral und Tigris die Wiege der Menschheil, wir alle sehen im Zweistromland die Quelle unserer Kultur: Dort beginnt bereits im sechsten .lahi-tauscnd vor Christus die Gcschichtc der Sumerer, der Babylonier und der
Assyrer - und wurde erstmals schril'l-lich festgehalten. Nicht nur Archiiolo-gen bangen in diesen Wochen des furchtbaren GoMTcrieges um die mehr als 4()()() Jahre alle Ruinenstadl Ur mit der Zikkural. dem terrassenförmigen Tempelbau. In Samarra. 120 Kilometer von Bagdad entfernt, ist das spindelförmige Minarett (852 nach Christus) gefährdet - ebenso wie die berühmte Ali-al-Hadi-Moschee mit ihrer imposanten Goldkuppel von 68 Meier Umfang. Noch schlimmer steht es im Zentrum des Konflikts. Der Abbasiden-Palasl aus dem 13.Jahrhundert nahe dem Ver-leidigungsministerium in Bagdad ist bereits von Bomben getroffen worden, und Experten vermuten längst irreparable Kriegsschäden am National-Mu-seum der Hauptstadt, das, neben Instituten in London und Philadelphia, die kostbarsten Zeugnisse der frühen Kulturen aufbewahrt. Iraks Diktator Saddam Hussein hat in der Nahe vieler Kulturstätten Giflgasfa-briken gebaut oder Raketenbasen sta-
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Gefährdet: Minarett in Samarra, Kadhimanin-Schrein in Bagdad und Bronzekopf (um 23S0) aus dem Nationalmuseum sowie die Tempeianlage (Zikkurat) in Ur (unten)
tionierl. Mit weiteren Zerstörungen ist zu rechnen.
Darf man angesichts der Tolen und der Verletzten auch von diesem Verlust sprechen? Ich denke, man darf nicht schweigen.
Aödi ÜüuJ!
Der Diplomat unter den Schreibgeräten repräsentiert den Wert der Handschrift in edler Form.
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