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art - Das Kunstmagazin September 1983 [antikvár]

Georg Baselitz

 
Bei Baselitz hört der SpaB auf. Kein anderer spaltet die Szene in zwei sich so kompromiBlos bekámpfende Láger wie der aus Sachsen stammende Maler. Lautes Lob schallt von der einen Front, bis an die Grenzen persönlicher Beleidigung reichende Schmáhung von der anderen. Bei soviel Gefechtsdonner ist es schwer, das Ohr auf Zwischentöne einzustimmen, das Auge auf die Kunst zu konzentrieren. Wen wundert's da, wenn Autor Günter EngeJhard nicht ohne Beklemmung nach Derneburg zur KünstlerVisite reiste und von Baselitz vorsichtig sichernd...
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Bei Baselitz hört der SpaB auf. Kein anderer spaltet die Szene in zwei sich so kompromiBlos bekámpfende Láger wie der aus Sachsen stammende Maler. Lautes Lob schallt von der einen Front, bis an die Grenzen persönlicher Beleidigung reichende Schmáhung von der anderen. Bei soviel Gefechtsdonner ist es schwer, das Ohr auf Zwischentöne einzustimmen, das Auge auf die Kunst zu konzentrieren. Wen wundert's da, wenn Autor Günter EngeJhard nicht ohne Beklemmung nach Derneburg zur KünstlerVisite reiste und von Baselitz vorsichtig sichernd empfangen wurde. Boshafte Kritiker-Schelte hat den Hünen dünnháutig gemacht, allzu oft muBte er erieben, wie seine Aussagen vorschnell zu Versatzstücken für den náchsten VerriB geklittert wurden. Schon bald, so habén mir beide spáter unabhángig voneinander erzáhlt, békámén sie Respekt voreinander. Der Künstler vor dem Journalisten, weil der offen und wiBbegierig fragte, der Schreiber vor dem Maler, weil der rückhaltlos und engagiert antwortete. Das Ergebnis zweitágiger Gespráche, bei denen sich jeder auf den anderen einlieB, ist ein Portrát mit vielen Facetten, doch ohne anekdotischen Ballast. Nach vielen Scharmützeln wird der Blick frei auf einen Künstler und sein Werk. Weit weniger klar sind die Positionen auf jenem Terrain, das von jungen heftigen Malern und ihren Propagandisten besetzt ist. „Jetzt hat der groBe Kampf begonnen", beschreibt der Kölner Georg Jiíí Dokoupil die Stimmung unter den Neuen Wilden. Und wenn sich auch die ersten Niederlagen schon abzeichnen, die Helden sind noch nicht gekürt. Mitarbeiter von ART habén eine Bestandsaufnahme versucht und den für die jungen Wilden so wichtigen Markt analysiert. Dergeht - von einigen Ausnahmen abgesehen - mit anderen Künstlern eher zynisch um. Sie habén augenblicklich keine Konjunktur, obwohl jeder für sich ungebrochen und noch immer iiberzeugend sein Werk vorantreibt. Sie stehen für Richtungen wie Informel, Tachismus, Kinetik und Realismus. Der Frankfurter Journalist Rochus Kowallek hat fünf, die derzeit nicht in den Schlagzeilen stehen, besucht. Seine Erfahrungen mögen all jenen eine Warnung sein, die eináugig durch die Kunstszene laufen. Zum SchluB noch ein Zwischenbericht. Und auch er betrifft das Thema Maierei: Für den ART-Wettbewerb „Deutsche Landschaft heute" war AnmeldeschluB. 1770 Künstler habén ihre Teilnahme zugesagt. Mitte Október wird die Jury tagén, anschlieBend beginnen die Katalog- und Ausstellungsvorbereitungen. Am 9. Márz 1984 werden dann die Preise verliehen und die besten Arbeiten in der Orangerie des Charlottenburger Schlosses zu Berlin prásentiert. AtxdUiJk Schauplatz der Ausstellung „Deutsche Landschaft heute": die Orangerie im Charlottenburger Schloft von Berlin

Termékadatok

Cím: art - Das Kunstmagazin September 1983 [antikvár]
Szerző: Georg Baselitz
Kiadó: Verlag Gruner+Jahr AG & Co.
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 210 mm x 280 mm
Georg Baselitz művei
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