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Vorwort
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist die Kunst einer der wichtigsten Mittler. Sie gibt Aufschluß über das Leben und die Kuhur unserer Vorfahren, zeigt uns ihre Götterwelt und läßt uns so etwas wie Ehrfurcht empfinden vor der Größe und Schöpferkraft, zu der Menschen immer wieder fähig waren.
Wir stehen heute vor einer ungeheuren Vielfalt und einem beeindruckenden Reichtum an Kulturzeugnissen, die zum einen bereits die Kunstliebhaber früherer Zeiten sammelten und bewahrten, zum anderen von Archäologen in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen wurden. So können wir uns über fast alle Stufen menschlicher Entwicklung ein einigermaßen genaues Bild machen. Von den ersten Höhlenmalereien über die Antike bis hin zum Mittelalter waren es in erster Linie Ritus und Religion, die nach Ausdruck verlangten. Mit Beginn der Renaissance löste man sich langsam vom religiösen Weltbild, um sich dem Menschen im Diesseits zuzuwenden.
Beschäftigung mit Kunstgeschichte bedeutet nicht nur, die Schönheit und Größe vergangener Kulturen auf sich wirken zu lassen, sondern beinhaltet auch eine Auseinandersetzung mit den Problemen, denen die Menschen durch ihre Werke Ausdruck verliehen. Sie vermittelt demnach eine umfassende Bildung der Sinne und des Geistes. In diesem Zusammenhang sei der griechische Philosoph Plato zitiert, der die Kunst als Grundlage der Erziehung ansah.
Viel zu oft haben die Menschen nur die Kunst ihrer eigenen Zeit geachtet und das Kunstschaffen ihrer Vorfahren oder anderer Völker unterschätzt oder aus machtpolitischen Gründen verdammt und zerstört. Wir bemühen uns heute aufgrund unserer umfassenden Geschichtskenntnisse, allen Kunstrichtungen gerecht zu werden. Die Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte brachten unendlich viel neues Material und haben - vor allem durch ihre spektakulären Erfolge, wie zum Beispiel die Entdeckung des Tut-anch-Amun-Grabes - ein großes Interesse an früheren Kulturen geweckt.
ARTE, die Kunstgeschichte der Welt, läßt die Kunst vergangener Zeiten vor unseren Augen erstehen. Wir begleiten Heinrich Schliemann bei seiner unermüdlichen Suche nach dem homerischen Troja und dem legendären Mykene, an die niemand glaubte als er allein. Ein wahnsinniges Unternehmen, in das er all seine Kraft und all seinen Besitz steckte und das dann endlich von Erfolg gekrönt war. Wir sind dabei, wenn Howard Carter den einzigartigen, geheimnisumwobenen Schatz des Tut-anch-Amun entdeckt, und wir sehen die prächtigen Städte der Mayas Zentralamerikas und der kambodschanischen Khmer, die lange unter der üppigen Vegetation des Urwaldes verschwunden waren.