Bővebb ismertető
Einführung
Die asymmetrische Synthese besteht in der Darstellung eines optisch aktiven
Stoffes aus Verbindungen, die vor der Reaktion optisch inaktiv waren. Dabei
verwandelt sich die symmetrisch gebaute Ausgangsverbindung in eine asymme-
trische. Folglich ist für die asymmetrische Synthese das Auftreten eines Dissymme-
triezentrums zusammen mit der optischen Aktivität des Produkts eine not-
wendige Vorausse t zun
Nach Marckwald [i], der eine derartige Reaktion erstmalig verwirklichte
(s. weiter unten), wird als asymmetrische Synthese eine solche Reaktion bezeich-
net, bei der aus symmetrisch aufgebauten Verbindungen unter intermediärer
Verwendung einer optisch aktiven Substanz ein anderer optisch aktiver Stoff
entsteht, ohne daß dabei irgendwelche Isomerentrennung vorgenommen wird.
Eine Reihe von Autoren interpretiert diese Definition ziemlich frei. Dabei
werden unter asymmetrischer Synthese manchmal unrichtig Reaktionen ver-
standen, die zur Bildung von optisch aktiven Stoffen führen, wobei die Ausgangs-
verbindung bereits ein dissymmetrisches Kohlenstoffatom enthält, d. h. wenn von
einem Racemat oder Diastereomer [2—4] ausgegangen wird.
Eine solche Definition ist falsch. In diesem Sinne könnte man auch die partielle
asymmetrische Zersetzung der Racemate als asymmetrische Synthese [5—9]
bezeichnen. Unrichtig ist es ferner zu glauben, daß die unter vorwiegender Bildung
einer räumlichen Konfiguration (Threo-, Erythroform) [10] verlaufenden Reak-
tionen zur asymmetrischen Synthese zählen. Bei der Realisierung der asymme-
trischen Synthese müssen folgende Probleme im wesentlichen beachtet werden:
Bestimmung der Konfiguration der Ausgangs- und Endprodukte, Ermittlung des
Vorzeichens und der Größe der optischen Drehung des Produkts sowie die Be-
stimmung der optischen Ausbeute [11]. Je nach der Natur der dissymmetrischen
Agenzien unterteilt man die asymmetrische Synthese in die sogenannte ,,totale
asymmetrische Synthese" und ,,partielle asymmetrische Synthese".
Die Begriffe „Dissymmetrie" und ,,dissymmetrisch" werden zur Kennzeichnung der
Konfiguration des einzelnen Moleküls oder Rests benutzt, während der Begriff ,,asymme-
trisch" sich auf dissymmetrische Molekülaggregate, die optische Aktivität zeigen, und auf
Darstellungs- bzw. Zersetzungsvorgänge derartiger Aggregate bezieht.
Dieser Unterschied in der Terminologie wird in der letzten Zeit in einer Reihe von
Arbeiten sowjetischer und anderer Autoren [7, 12—15] stärker betont.
Es ist richtiger, die Termini ,,dissymmetrisches Kohlenstoffatom", ,,dissymmetrisches
Kristallgitter" usw. an Stelle von „asymmetrisches Kohlenstoffatom", „asymmetrisches
Kristallgitter" zu verwenden. Es empfiehlt sich jedoch, mit dem Begriff „asymmetrische
Synthese" und nicht „dissymmetrische Synthese" zu operieren, da die dissymmetrische
Synthese dann erfolgt, wenn nach der Reaktion Moleküle mit dissymmetrischer Struktur
entstehen, d. h. selbst dann, wenn ein Racemat (gleiche Mengen der dissymmetrischen
Formen) gebildet wird.