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Vorwort des Bearbeiters
Im Studiengang der heutigen katholischen Theologie bilden seit
der letzten päpstlichen Studienreform die Aszese und Mystik ein eigenes Lehrfach. In der Absicht der Kirche soll die geistliche Lehre nicht bloß Sache der praktischen Erfahrung und des begeisterten Herzens, sondern auch durchdrungen sein von jener kritischen Reflexion, die wir "Wissenschaft nennen. Eine Geisteswissenschaft, und unter ihnen zumal eine theologische, kann der Kenntnis der Geschichte ihres eigenen Lebens nie entraten. Nur in der dauernden Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Vergangenheit gewinnt sie ihrem eigentlichen Gegenstand gegenüber die "Weite und Aufgeschlossenheit, die sie befähigt, angemessen über ihn zu urteilen und ihm eine Zukunft zu erobern. So ist es nicht verwunderlich, daß zusammen mit den systematischen Bemühungen um Aszese und Mystik in den letzten zwanzig Jahren auch die Erforschung ihrer Geschichte eifriger betrieben wurde. In dieser Geschichte der christlichen Aszese und Mystik nimmt die Väterzeit, wie auch sonst in der Theologie, mit Recht einen besondern Platz ein.
"Wir besitzen bisher in deutscher Sprache überhaupt kein Buch — kein kleines und kein großes —, das dieses Thema der Aszese und Mystik in der Patristik zusammenhängend behandelte. Über Einzelfragen ist schon einiges geschrieben worden. Eine knappe einführende Übersicht über das Ganze für den Anfänger in diesem wissenschaftlichen Fach und für den interessierten Laien gibt es bisher nicht. Man kann ja sagen, daß man erst zusammenfassen soll, wo dafür durch Einzelforschung etwas vorhanden ist, was bisher noch nicht geschehen sei, um den Versuch einer solchen Zusammenfassung wagen zu können. Aber es ist doch auch schon einiges vorhanden. Und eine solche Bestandsaufnahme dieses Vorhandenen kann auch besser überschauen lassen, was alles noch zu tun bleibt.
Unter den fremdsprachigen Übersichten über dieses Gebiet sind eigentlidi nur zwei zu nennen: der erste Band der „Spiritualité