Bővebb ismertető
Einleitung
Viel Opportunistisches ist zu lesen über das Ende der Frauenbewegung und über den angeblich real nicht mehr existierenden Feminismus, in das sich Schadenfreude, aber auch Anbiederung mischt. Für kein anderes Thema haben seit nun zwei Jahrhunderten die Gazetten immer wieder so bereitwillig Raum zur Verfugung gestellt wie für die Annonce, daß die »zigarrerauchende« und »verrufene« Emanzipationsbewegung der Frauen, das unziemliche Gezeter der Suffragetten und Blaustrümpfe oder das Zeitalter der Frauen-rechtelei und der »Emanzen« nun endlich überwunden sei. Auffällig ist, daß in diesen Abgesängen grundsätzlich von der Frauenbewegung oder dem Feminismus die Rede ist, so als ob es sich um ein Wesen oder ein organisches Gebilde handelte, das, aus Haupt und GHedern bestehend, nun zu Grabe getragen würde, vorher aber höchst lebendig oder gesellschafthch mächtig gewesen sei. Aufjeden Fall wird dieses Wesen für alles mögliche verantwortlich gemacht, hat die Frauenbewegung dies oder das versäumt, findet sich billiger Beifall für allerhand Abfälliges. Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellt, lautet: Wer war oder wer ist eigenthch die Frauenbewegung?
Machen wir uns nichts vor: Diejenigen, die sich aus dem Schutz der NormaHtät herauswagen, bestehende Ordnungen und Verhältnisse kritisieren, für gesellschaftlichen Wandel oder gar für radikale Veränderungen eintreten, waren und sind immer eine Minderheit, eine Avantgarde, Querköpfe oder Wegbereiterinnen für Ideen und neue Lebensweisen. Das gilt nicht nur für die Frauenbewegung. Interessant ist hierbei, wann und warum es wenigen gelingt, die Wahrnehmung vieler zu treffen, Probleme zur Sprache zu bringen, in denen die Erfahrungen und möglicherweise das Gerechtigkeitsemp-fmden von anderen, vielen berührt werden, ferner, unter welchen Umständen aus einzelnen viele werden, sich Gruppen bilden, die etwas bewegen wollen. Die sogenannten Radikalen, die »an die Wur-