Bővebb ismertető
GELEITWORT Mikroskop und Teleskop als Augenhilfen zur Verdeutlichung der Struktur und des Umrisses solcher Objekte, deren Bild das unbewafFnete Auge nicht zu erkennen oder aufzulösen vermag, habén nach ihrer Erfindung zunáchst eine ganz áhnliche Weiterentwicklung genommen, insofern námlich, als es um die Verwirklichung des Zieles ging, den Beobachter in möglichst vollkommener Weise dem Objekt nahe zu rücken, der sein Auge, aus unterschiedlichen Gründen zwar, ebensowenig in eine Zelle versenken wie den Sternen annáhern kann. Schrittmacher hierbei waren in erster Linie die zunehmenden optischen und technischen Erfahrungen bei der Konstruktion von Objektiven immer höherer Leistungsfáhigkeit, um beim Mikroskop durch möglichst kurze, beim Teleskop durch möglichst lange Brennweiten im Tubus ein reelles Zwischenbild von denkbarer GröBe zu erzeugen. Aber dem Auflösungsvermögen jedes optischen VergröBerungsgerátes ist, wie schon Fraunhofer und Helmholtz erkannt habén und Ab be ausführlich begründet hat, eine wohldefinierte Grenze gesetzt, die aus den Beugungsgesetzen des Lichtes, d. h. aus seiner Wellennatur abgeleitet werden kann. Wie námlich das Bild eines Fixsternes auch im gröBten Spiegelteleskop keine eigentliche VergröBerung erfáhrt, sondern lediglich als sogenanntes Beugungsscheibchen erscheint, so ist auch der kleinste Abstand zweier Punkte, die man im Mikroskop bei stárkster VergröBerung eben noch getrennt wahrnehmen kann, nach den Beugungsgesetzen abhángig von der Wellenlánge des Lichtes und vom Kehrwert der numerischen Apertur des verwendeten Objektivs. Diese Erkenntnis hat es zugelassen, durch Einführung von Immersionssystemen die physikalisch definierte Grenzé des VergröBerungsvermögens in fast vollkommener Weise zu erreichen, womit gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts die Entwicklung des Lichtmikroskopes im Grundsatz vollendet gewesen war. Was bis in die dreiBiger Jahre noch folgte, war auBer vielfáltiger Verbesserung des Komforts nicht mehr, als das Ergebnis verschiedener Bemühungen, optische Variationen am Kondensorsystem vorzunehmen, um besonders die Intensitát der Beleuchtung zu verbessern oder aber auch, um besondere Beleuchtungseffekte zu erzielen. Anders beim PhasenJcontrastverfahren, zu dessen Kennzeichnung sich am ehesten sagen lieBe, daB es mit seiner Hilfe gelingt, unter Anwendung eines optischen Kunstgriffes Strukturen unmittelbar in ihrer nativen Verfassung sichtbar zu machen, welche im üblichen Mikroskop zufolge des geringen Unterschiedes ihres Brechungsvermögens von dem jenigen ihrer Umgebung durch das Auge nicht mehr wahrgenommen werden kömien und daher allenfalls erst nach künstlicher Imprágnierung mit den verschiedensten Farbstoffen in Erscheinung treten. Dies aber besagt, daB der Phasenkontrastmikroskopie bei der Beobachtung lebender Objekte hervorragende Bedeutung zukommt, was wiederum mit der Feststellung gleichbedeutend ist, daB die besondere Stárke dieses Verfahrens nicht so sehr auf histologischem, als vielmehr auf zytologischem Gebiet liegt. Hier nun gerade ist es die klinische Hámatologie, die sich durch das neue Verfahren aus einer gewissen Erstarrung zu lösen beginnt, in welcher sie befangen blieb, solange sie sich aus der Todeswelt nicht zu lösen vermochte, die nun einmal das getrocknete, fixierte und gefárbte hámatologische Práparat darstellt. Freilich bedarf es eines Auges, wohlgeübt, die neuartigen Phasenkontrastbilder zu betraehten, einer nicht geringen Erfahrung, das Erblickte zu deuten und mit dem herkömmlichen