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GELEITWORT
Herr Dr. Neiger hatte die Freundlichkeit, mir die Einführung seines Werkes anzuvertrauen, und ich bin glücklich, dass er mir auf diese Weise Gelegenheit gibt, seine unermüdliche Aktivität zu würdigen. Erfüllt von einem seltenen Enthusiasmus für die Sache, mit grossem technischem Geschick und einem bemerkenswerten klinischen Gespür begabt, gilt er weiten Kreisen als proktolo-gische Kapazität. Nach einigen Assistentenjahren in meiner Klinik eröffnete er in Bern, wo er auch heute noch die proktologische Sprechstunde der Universitäts-Poliklinik leitet, eine Spezialpraxis. Mehrere Auslandsaufenthalte dienten der Erweiterung seiner Fachkenntnisse nicht zuletzt auch in praktischer Hinsicht. Sein stets waches Interesse und seine manuelle Geschicklichkeit Hessen uns in grossem Ausmass aus den neuesten Errungenschaften der Endoskopie Nutzen ziehen. Sein neuer Atlas zeugt zudem von einer ausgesprochenen Begabung für die Photographie.
Der Nutzen endoskopischer Methoden liegt in ihren reichhaltigen Ergebnissen, die sie uns bei verhältnismässig geringer Belästigung der Patienten liefern. Da die Untersuchungen grösstenteils ambulant durchgeführt werden können, sind sie vor allem Domäne der Poliklinik und der Praxis. In einer Zeit, in der die Spitalkosten immer mehr anwachsen und Krankenschwestern rar sind, ist es von grossem Vorteil, Diagnostik in der Sprechstunde betreiben zu können. In dieser Perspektive liegt die Bedeutung des Buches, das die praktischen Ärzte mit einer viel zuwenig bekannten Disziplin der Medizin vertraut machen will. Indessen wäre es unrichtig, in dem Buch nur einen Atlas zu sehen. Der knappe Begleittext zu den Bildern wird in seiner Einfachheit zu einem echten Kompendium der Proktologie. Es besteht kein Zweifel, dass die Zielsetzung des Autors voll erreicht wird.
Prof. Dr. med. F. Reubi Vorstand der Medizinischen Poliklinik der Universität Bern