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Geleitwort
Die wechselseitige Vcrzahiiuiig von hinerer Medizin und Chirurgie ist kaum irgendwo so sinnfällig wie in der modernen Herzchirurgie: Der Chirurg ist hier wirklich ganz auf die Diagnostik des Internisten angewiesen; umgekehrt kontrolliert er - unfreiwillig, aber de facto - bei jeder Herzoperation Befund und Deutung des Internisten, während später wiederum der Internist den OperationsefFekt nachprüft und objektiviert.
In diesem ständigen Wechselspiel der Zusammenarbeit spielt diagnostisch der Herzkathctcrisnius wegen seiner Aussagen über Druck- und Biutgaswertc in den verschiedenen Herzabschnitten eine wichtige Rolle. Aber: Der Hcrzkathe-terisnius stellt eine „blutige" Methode mit mancherlei Risiken dar. So können es Internisten und Chirurgen nur begrüßen, wenn die unblutige und den Patienten nicht belastende Herzauskulcation und Herzschallschreibung mit in Konkurrenz tritt, den Herzkatheter oft entbehrlich macht, und außerdem noch besonders vielseitig anwendbar ist.
Aber auch für die Piwiiokardioi^raphie ist das ,,hic Rhodus, liic salta" wiederum in erster Linie der Operationssaal des Chirurgen! Hier bewährt sie sich hinsichtlich der Bestätigung der Indikationsstellung und der späteren Dokumentation des Opcrationserfolgcs. Freilich ist, wie für alle technisch komplizierten Methoden, auch für die Phonokardiographie volle Beherrschung des technischen Rüstzeugs und zugleich große Erfahrung in der Befunddeutung die Voraussetzung des Erfolges. Jedem wird das klar, der das vorliegende Werk von Holldack und Wolf zu Rate zieht.
Ich selbst und meine Mitarbeiter koimten uns bei unseren Herzoperationen stets von der Zuverlässigkeit der auf der Mechanokardiographie aufbauenden Aussagen überzeugen. So möchte ich dem Werke meine Empfehlung und meine guten Wünsche mit auf den Weg geben!
Heidelberg, im November 1955 K. H. Bauer