Bővebb ismertető
Vier Tage
Ich weiß noch, wie wir durch den Wald liefen, wie die Kugeln pfiffen, wie die von ihnen abgerissenen Zweige zu Boden fielen und wie wir uns durch Hagedornsträucher hindurchzwängten. Die Schüsse fielen immer häufiger. Durch das Unterholz am Waldrand sah man hier und da etwas Rotes aufflammen. Sidorow, ein junger Soldat der ersten Kompanie (>wie ist er bloß in unsere Kette geraten?< dachte ich eben noch), hockte sich plötzlich hin und starrte mich mit großen erschrockenen Augen an. Aus seinem Mund rann Blut. Ja, ich entsinne mich dessen noch gut. Ich erinnere mich auch, wie ich, fast am Waldrand, durch das dichte Gebüsch ihn erblickte. Es war ein riesengroßer, dicker Türke, und ich lief, obwohl ich schwach und mager war, gerade auf ihn zu. Etwas knallte, etwas Riesengroßes, wie mir schien, flog an mir vorbei; in meinen Ohren sauste es. >Er hat auf mich geschossen<, dachte ich. Er aber schrie vor Entsetzen auf und drückte sich mit dem Rücken in einen Hagedornstrauch. Er hätte ihn umgehen können, aber in seiner Angst kam er nicht darauf, und so kroch er in die stacheligen Zweige. Mit einem Hieb schlug ich ihm das Gewehr aus der Hand und stach mit dem Bajonett irgendwohin. Ich vernahm einen Laut, der halb wie Brüllen, halb wie Stöhnen klang. Dann lief ich weiter. Die Unsrigen schrien »Hurra!«, warfen sich hin und schössen. Ich entsinne mich, wie ich auf einer Lichtung bereits außerhalb des Waldes einige Male schoß. Plötzlich erschallte das Hurra lauter, und wir stürmten gemeinsam vor. Das heißt nicht wir, sondern die Unsrigen, denn ich blieb zurück. Das erschien mir sonderbar. Noch seltsamer war es, daß plötzlich alles um mich verschwand, die Schreie und Schüsse verstummten. Ich hörte nichts mehr, ich sah nur etwas Blaues; vermutlich war es der Himmel. Dann verschwand auch er.