Bővebb ismertető
Vorwort
Seit dem sechzehnten Jahrhundert sind immer wieder Versuche unternommen worden, die aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen einander näherzubringen. So sehr sie sich auch voneinander entfernt haben mochten, so wenig ging doch die Einsicht verloren, daß das lutherische und das reformierte Bekenntnis einander im Ansatz zutiefst verwandt sind. Zwar mögen sich die lutherischen und die reformierten Kirchen, gerade weil sie in so mancher Hinsicht übereinstimmten, oft mit besonderer Schärfe bekämpft haben. Doch hat ihre enge Verbundenheit sie immer auch die Trennung als besonders schmerzhaft und widersinnig empfinden lassen. Die gemeinsame Intention ihres Bekennens zeigt sich in unserer Zeit noch stärker als zuvor. Beide Kirchen stehen vor der Aufgabe, das Evangelium in unserer Zeit zu bezeugen. Gewiß stellen sie sich dieser Aufgabe in der Gemeinschaft mit allen Kirchen und nehmen aktiv an der ökumenischen Bewegung teil. Aber sie entdecken immer wieder, daß sie sich in dieser weltweiten Bewegung besonders nahestehen, von denselben Fragestellungen ausgehen und die Lösung der sich neu ergebenden Probleme in derselben Richtung suchen. Darum ist die Notwendigkeit, die sie trennenden Gegensätze zu klären und zu überwinden, heute noch gewachsen. Wenn es gelingt, die Gemeinschaft zwischen ihnen zu stärken, wird auch die Bedeutung der Reformation für die gesamte ökumenische Bewegung klarer in Erscheinung treten können.
Der vorliegende Band enthält im ersten Teil das Ergebnis von Gesprächen, die eine theologische Arbeitsgemeinschaft in den Jahren 1963-1967 geführt hat. Das Besondere liegt in der Tatsache, daß ihr Vertreter verschiedener europäischer Kirchen angehörten. Auch in einzelnen Ländern ist es zu lutherisch-reformierten Gesprächen gekommen, und manche haben bereits zu verheißungsvollen Ergebnissen geführt. Die Gespräche auf europäischer Ebene sind ein Versuch, die Bemühungen in den einzelnen Ländern in ihrem weiteren Zusammenhang zu sehen. Die lutherischen und reformierten Kirchen sind sich oft nicht genügend dessen bewußt, daß sie einer über die territorialen