Bővebb ismertető
EjiN Bildband vermag wenig und viel zum Verständnis des Bachschen Lebens und Wirkens beizutragen. Wenig angesichts der Tatsache, daß ja das Kernstück in der Erscheinung dieses großen Meisters das musikalische Werk ist, das keiner bildhaften, sondern klanglichen Wiedergabe, keiner schauenden, sondern hörenden Erlebnishaltung bedarf; viel dagegen, wenn man an den Bachschen Lebensweg denkt, der ja mit seinen landschaftlichen und gesellschaftlichen, dienstlichen und häuslichen Situationen durchaus der Schauwirkung offen steht. So mag es gerade für den, der sein Bach-Erlebnis als Hörer zu gewinnen pflegt, besonders reizvoll sein, nunmehr auch als Betrachter der reichlich erhaltenen lebensgeschichtlichen Dokumente und historischen Bilder seine Bach-Vorstellung zu verlebendigen.
Zunächst sind es natürlich die Bildnisse des Meisters selbst und seiner näheren Familienumgebung, die unmittelbar zu uns sprechen. Wie glücklich wären wir, wenn auch das Antlitz von Bachs Frauen Maria Barbara und Anna Magdalena in einer zeitgenössischen Darstellung auf uns gekommen wäre! Aber auch der weitere Lebensraum Bachs gewinnt für uns an Plastik, wenn wir die Porträts jener Persönlichkeiten auf uns wirken lassen, die als Freunde oder Gegner, leidenschaftliche Förderer, sachliche Kritiker oder hemmende Bürokraten das Bachsche Schaffen beeinflußt haben. Den Bildnissen stehen die handschriftlichen Dokumente, wie sie in Briefen, Eingaben, Widmungen, Zeugnissen, Quittungen vorliegen, kaum an suggestiver Aussagekraft nach. Selbst dem graphologisch ungeübten Betrachter wird der flüssige, aber markante Duktus der Bachschen Handschrift in ihrer zuchtvollen Wohlgeordnetheit etwas von der künstlerischen Formkraft verraten, wie sie uns in seinen Musikschöpfungen entgegentritt. Wir erleben gleichzeitig die vielen kleinen Anlässe des Alltags mit, die dem Meister die Feder in die Hand zwangen, um freudige oder ärgerliche, dienstliche oder familiäre Angelegenheiten mit Bestimmtheit zu regeln. Am nächsten aber glauben wir der reichen Schöpferpersönlichkeit zu sein, wenn wir die vielgestaltigen Notenzeichen betrachten, mit denen der Komponist in tage- und nächtelanger Konzentration seine unergründlichen Klangphantasien auf das Papier bannte. Die Entwicklung seiner Notenschrift läßt sich in großen Zügen von der zierlichen Partituraufzeichnung der Mühlhausener Ratskantate (Seite 72) über die schwingenden Notenformen der glückhaften Köthener Periode (Seite 123, 127) bis zu den durchgeistigternsten Zeichen der altersreifen Kunst der Fuge (Seite 291-293) verfolgen. Weitgehend gleicht sich dabei die Handschrift der jeweiligen Schaffenssituation an. Von wundervollem Ebenmaß und doch frei von jeder Schablone ist die ausgeprägte Schön- und Schmuckschrift, die in Widmungswerken, etwa den Brandenburgischen Konzerten (Seite 125), auftritt oder gelegentlich zur ornamentalen Gestaltung eines Titelblattes führt (Seite 126). Aber auch die Alltagsreinschrift, die sich natürlicherweise dort einstellt, wo eine schon früher entstandene Vorlage verarbeitet werden kann, ist stets von hoher ästhetischer Gesamtwirkung (Seite 180-181). Als weit aufschlußreicher erweist sich aber ihr Gegenteil, die flüchtige Konzeptschrift Bachs,