Bővebb ismertető
Es war alles zu selbstverstándlich. Ich bin garnicht auf den Gedanken gekommen, dafi es nicht selbstverstándlich sein könnte. Weil es sich von selbst verstand, brauchte ich nichts zu verstehen. Es sprach alles dafür: ich würde einen Beruf erlernen, würde Lehrling wer-den. Reden waren da nicht notwendig. Mein Brúder war schon Lehrling, Elektriker, im vierten Jahr. Ich würde auch einer werden. Oder Hilfsarbeiter. Aber für einen Hilfsarbeiter war ich zu gescheit. Und das ganze Gesindel waren Hilfsarbeiter. Wir waren anstándige Leute. Alle Brüder meiner Mutter hatten einen Beruf erlemt. Sie lebten nicht mehr. Aber es wurde oft von ihnen gesprochen. Die Handelsschule wáre theoretisch noch eine Möglichkeit gewesen. Vielleicht wáre ich ge-gangen, wenn es eine im Ort gegeben hátte. Aber die náchste war dreifiig Kilometer entfernt. Und meine Mutter sagte, ich weifi nicht, ob wir uns das leisten können. Ich hatte auch kein Interesse. Ich habe mir einen Verzicht vorgespielt: Chemiker wollte ich werden, weil ich mir nach einem Buch ein ,Labor in der Kiste' hergerichtet hatte. Ich habe die Versuche wiederholt, die wir in der Schule gemacht habén, wenn ich die Ge-ráte und Chemikalien dazu hatte. Ich habe versucht, mir nach dem Buch ein paar Apparate zu basteln. Es fehlten mir immer irgendwelche Chemikalien. Ich habe alle gekauft, die mir der Apotheker gegeben hat. Um einen Schilling Kalilauge, um einen Schilling Schwefel, alles um einen Schilling. Ich habe ein explosives Ge-misch erfunden: Schwefelsáure, Kaliumpermanganat, Benzol. Das wáre ein Beruf, habe ich gedacht. Aber dazu hátte ich Schulen besuchen müssen. Ich habe nicht einmal gewufit welche. Es war zu exotisch. Alsó habe ich verzichtet. Es gab für mich keinen Zweifel: Inter-essen sind eine Sache, ein Beruf ist eine andere. Die erste Frage, die sich nicht nur rhetorisch stellte, war: Welche Lehrstellen sind frei? Meine Mutter hat sich