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AUFERSTEHUNG Die Auferstehung Christi ist von Anfang an die Mitte der christlichen Verkündigung gewesen; aber in den Sdhriften des Neuen Testamentes wird der Vorgang der Auferstehung selbst nidit beschrieben. Sie berichten ausdrücklich nur von den Erscheinungen, Tatén und Unterweisungen des Auferstandenen, wáhrend der Glaube an die Auferstehung als das gröfite der hohen Wunder Gottes die Perspektive gleldisam aller dieser Beridite, Briefe und Oífenbarungen darstellt. Es bedurfte eines sehr langen Vertrautwerdens mit dem Auferstehungswunder, ja, die Christenheit mufite sich erst an das Allerungewöhnlichste gewöhnt habén, bevor sie den Versuch machen konnte, dás Wunder selbst, das an sich in den Formen und Farben dieser Welt nicht abgebildet werden kann, dennoch zu malen. Und nur wenigen Grófién ist es gelungen, die Auferstehung selbst dem glaubigen Auge so vorzustellen, dafi sie nidit als ein blofies Aufleuditen der Geheimnisfülle dieser Welt ersdieint, sondern als ein OíTenwerden der altén Schöpfung zum Jenseits hin. So ist die Darstellung der Auferstehung Christi selbst der seltenere Weg, auf dem die christliche Kunst das grofie Geheimnis des Glaubens angeht. Dem christlichen Glauben wird das Geheimnis der Auferstehung standig und eindringlich vorgestellt durdi das Bild der Kreuzigung; denn am Kreuze begann der Sieg, der sich in der Auferstehung offenbarte. Auf einem römisdien Sarkophag mit Bildern aus der Leidensgeschichte finden wir als Mittelstück die Auferstehung durch das mit dem Sieges- 2 kranze gesdimückte Kreuz (Labarum) angedeutet, unter dem zwei Wáchter schlafen. Jahrhundertelang hat man den Heíland am Kreuze als Lebenden, Herrsdienden und Triumphierenden abgebildet und ihn dadurch als den Sieger über den Tod gekennzeichnet. Das Kreuz ist stets ein eindringlidier Hinweis auf die Auferstehung, weil damit die Auferstehung