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VORWORT
In der Diskussion um Faktum und Verkündigung der Auferstehung Jesu, die in den letzten Jahren stark in Gang gekommen ist, spielt der Beridit vom Gang der Frauen zum Grab Mk 16,1-8 eine widi-tige Rolle. Von den einen Exegeten und Theologen trotz aller zugegebenermaßen legendenhaften Motive für einen historischen Bericht gehalten, der die Ereignisse am Ostermorgen im Ganzen getreu wiedergibt, wird er von den andern für eine späte Legendenbildung erklärt, die eine massive Vorstellung der Auferstehungsleiblidikeit vertritt und ebenso massiv die Auferstehung Jesu beweisen will. Beide Erklärungsversudie sind gleichermaßen falsdi. Beide enthalten aber dennoch einen Kern der Wahrheit über Mk 16,1-8. Das wird die folgende Studie nachzuweisen haben. Idi habe midi auf die traditionsgeschiditliche Untersudiung von Mk 16,1-8 besdiränkt. Das war sinnvoll, da die zahlreichen Probleme, die dieses Stüde der Forsdiung aufgibt, audi sdion und gerade mit der vormarkinischen Tradition verbunden sind. Die redaktionsge-sdiiditlidie Untersuchung von Mk 16,1-8 im Kontext des Markusevangeliums bringt völlig neue Probleme mit sidi. Trotzdem ist eine weiterführende Arbeit unbedingt erforderlidi. Idi habe mich vor allem bemüht, die Frage nach dem „Sitz im Leben" für die erarbeitete Tradition ganz konkret zu stellen. Die Antwort auf diese Frage wird in einer Hypothese gegeben, die, wie mir sdieint, eine neue Ausgangsposition für die weitere Betrachtung der Perikope sdiafft. Dabei galt das Wort E. Fasdiers (ZNW 26 [1927] 4) als Programm: „Mit der Frage, was da geschehen sei, wird der Historiker immer in Verlegenheit bleiben es gilt nicht zu ermitteln, was geschehen ist, sondern festzustellen, welche Wirkung dieses uns versdilossene nwTT|eiov auf die Verkündigung gehabt hat". Die Hypothese versucht zu erweisen, daß das Geheimnis der Auferstehung sdion in frühester Zeit nicht nur auf die Verkündigung, sondern auch auf die kultische Feier der Gemeinden eingewirkt hat. Mein Dank gebührt hier vor allem dem Herausgeber dieser Reihe, meinem Lehrer Prof. Dr. Wilhelm Pesdi. Er hat das Entstehen dieser Arbeit mit großem Interesse und kritischem Blldt verfolgt und midi großzügig zu ihrer Fertigstellung freigestellt. Schließlich sei Ihm auch gedankt für seine Bereltschaft, die Arbelt in die „Stuttgarter Bibelstudlen" aufzunehmen.
Mainz, am Osterfest 1968 Ludger Schenke