Bővebb ismertető
AUGUSTE RENOIR
Man kann den Namen Renoir nicht aussprechen, ohne sich einer Vorstellung melodiöser Rhythmen hinzugeben. Von Fragonard gilt dasselbe. Vielleicht hat schon diese gemeinschaftliche Eigenschaft der Namen den Brauch begünstigt, die beiden Künstler zusammen zu nennen. Renoir gilt als der Fragonard unserer Zeit. Man will ihn mit dem Namen, der im Lande der Liebhaber als einer der höchsten Ruhmestitel gilt, ehren. Es wird zu untersuchen sein, wieweit er den Titel verdient, und wieweit der Titel ihn verdient. Sicher trifft der wohlklingende Beiname eine tatsächlich bestehende Beziehung. Renoir ist eine Verbindung der Gegenwart mit dem Dixhuitieme, und zwar die deutlichste, so deutlich, daß man an eine Absicht des Vermittlers glauben könnte. Er ist keineswegs die einzige.
Wer wird je ergründen, was die großen Anarchisten unserer Zeit dem krausen Stil einer scheinbar so fernen, so feindlichen Vergangenheit verdanken? Wer schreibt die Geschichte des Barocks im 19. Jahrhundert? Jenes wenig greifbaren Barocks, das Delacroix' ganzes Oeuvre wie eine gewaltige Woge bewegt, das dem Naturalismus Courbets widerstand und von Manet vergeblich bekämpft wurde, das Rodin in Höhen und in Untiefen trieb, in Monets besten Bildern die Pinselstriche kräuselte, in Cézanne zu dem phantastischen Bau seiner Mystik wurde, van Gogh zu inbrünstigen Visionen hinriß und noch in den verhaltenen Empfindungen der Jüngeren, eines Bonnard, eines Roussel spielt, wie flache Lachen des Meers auf sandigen Dünen.