Bővebb ismertető
Zwei dicke Bücher habe ich schon geschrieben: über nnich selbst, über die Menschen, die mir nahestanden, und über die Umstände, in denen ich lebte. Die Bücher sind gedruckt worden und haben eine größere Zahl von Lesern gefunden, als ich jemals für möglich gehalten hätte. Wenn ich mich überhaupt weiter über mich selber äußern und damit zugleich die Wißbegier der Leser, die auf eine »Fortsetzung« warten, befriedigen will, so wird es Zeit, denn ich habe das siebzigste Lebensjahr bereits überschritten.
Wenn ich heute die ersten beiden Bände der »Radmacher-Geschichte« wieder zur Hand nehme und darin blättere, so wird mir stets von neuem wohl und übel zugleich. Wohl, weil mir einige Schilderungen der vergangenen Zeiten und auch die Abbilder einiger Menschen durchaus gelungen erscheinen, so etwa, um zwei Beispiele zu nennen, das Berlin der großen Inflation nach dem Ersten Weltkrieg, betrachtet und erlebt aus dem Gesichtswinkel mittelloser Studenten der Humboldt-Universität — und weiter etwa die Gestalt meines unvergeßlichen Freundes Limpy aus dem zweiten Band.
Unbehaglich dagegen stimmt mich, daß vieles, was ich damals offenbar angemessen oder »richtig« gefunden habe, heute sentimental wirkt, auf eine Weise romantisierend, die ich mir inzwischen mit den meisten Zeitgenossen abgewöhnt habe.
Allerdings hatte ich eine zwar keineswegs unproblematische, aber doch im ganzen überaus glückliche Liebe und Ehe zu beschreiben — und das wird heute modischerweise nicht mehr erwartet, ist nicht mehr gefragt, wird am Ende gar als unglaubwürdig empfunden. Ich wollte die Liebe und das Glück beschreiben, schließlich die vollendete Harmonie. Ist es mir wirklich gelungen? Ist so etwas überhaupt möglich? Oder habe auch ich damit meinen Tribut an jenen diffusen und zugleich für einen Autor tödlichen Begriff gezahlt — »Kitsch«? In die Gefahr jedoch, allzu lyrisch zu werden, was die Liebe zu meiner Frau anbetrifft, werde ich nicht mehr kommen, denn Susanne, meine Geliebte, ist tot. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert bin ich mit meiner großen Liebe und mir selber allein und werde es blei-