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S't. MoritzA/lein erster Brief aus dem schönen Engadin seht an Dich. Als mein Zug in St. Morit^ einlief/ war es in mir wie ein Fie= ber der Erwartung/ SO/ als sollte ich nun eine Weltgeschichte liehe Stätte betreten. Du wirst lächeln. Es war ähnlich/ daß ich vor Erwartung gitterte/ als ich Vorjahren ?um erstenmal dem St. Petersdom in Rom mich nahte. Auch jetjt hatte ich diese Vorstellung des Märchenhaften, des Unglaubwürdig gen; die Vorstellung einer Wirklichkeit, die so wunderbar ist/ daß man nur in Büchern davon liest. Nun sollte ich sie doch als Wirklichkeit schauen. St. Morit^ hatte sich meiner Phantasie dargestellt als ein Fest/ das irgendwo hoch dro= ben über der Erde unaufhörlich gefeiert wird, t Und erst Sils Maria! Ich kann es kaum glauben/ daß ich es morgen sehen soll. Der Name schon klingt so fern/ so voll/ so feiertäglich! Ich bin dem Namen ?um erstenmal und dann immer wieder im L^ben Nietzsches begegnet. Und etwas von der düsteren Größe Zarathustras ging auf den Ort über. Ich wußte lange nicht, wo das eigentlich lag; meine Vor= Stellung hatte eine Mischung von Berg und Meev, von Stein= romantik und italienischer Bläue und vor allem von Ein= samkeit/ von unausdenkbare^ unerschöpflicher Einsamkeit; von der Einsamkeit des Übermenschen, der mit seinem Adler und seiner Schlange dort wohnt.9