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SEMMELWEIS, NAMENSGEBER DES MUSEUMS
Die Familie Semmelweis zählte nicht zu den alteingesessenen Budaer Familien. Ihr
Lebensweg läßt sich urkundlich bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückver-
folgen. Die Angehörigen der Familie lebten in Dörfern des Burgenlandes und in der
Stadt Kismarton (Eisenstadt), also in heute zu Osterreich gehörenden Orten. Sie
entstammten einer selbständigen Gruppe deutscher Siedler in Ungarn, den Hienzen
oder Heanzen, wie auch Joseph Hyrtl, der bekannte Wiener Anatom und Franz
Liszt. Nach Meinung einiger Forscher sind die Hienzen Nachfahren von Franken,
die vor der Landnahme der Ungarn, zur Zeit Karls des Großen, im Burgenland an-
gesiedelt wurden.
József Semmelweis (1778-1846), der Vater von Ignác Semmelweis, wurde in Kis-
marton geboren und erhielt 1806 das Bürgerrecht in Buda. Im gleichen Jahr er-
öffnete er die Spezereien- und Kolonialwarengroßhandlung „zum Weißen Elephan-
ten" im Meindl-Haus im Tabán (heute das Museumsgebäude). Er muß ein wohl-
habender Mann gewesen sein, denn 1810 heiratete er Teresia Müller, die Tochter des
Zwei Ölgemälde eines unbekannten zeitgenössischen Malers, die Bildnisse von Teresia Müller nnd József
Semmelweis, den Eltern von Ignác Semmelweis.