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Vorwort
In diesem Buch soll der Versuch gewagt werden, die menschliche Existenz als Hoffnung zu bestimmen und die Frage nach Gott von der Zukunftserwartung des Menschen her zu stellen. Im Christlichen muß nach dem Offenen, Unabgeschlossenen, Unerledigten und Ausstehenden gefragt werden. Die Hoffnung ist nicht ein «Etwas» im christlichen Dasein, sondern schlechterdings die Bedingung der Möglichkeit seines echten Nachvollzugs. Der «Gott der Hoffnung» ist die Seele christlichen Daseinsverständnisses. Zukunfts- und hoffnungsgerichtet ist auch die christliche Verkündigung, die ganze Kirche, jede christliche Existenz und somit jedes Nachdenken über das Geheimnis. Die Hoffnung ist demnach Ziel und Richtung des gesamten christlichen Lebens, Denkens und Betens. Man könnte einmal das ganze Christentum auf die Formel bringen: Es ist der Glaube, in dem Gott die Hoffnung der Menschen restlos bejaht, ja sie derart überbietet, daß die kühnsten Sehnsüchte und die übermütigsten Träume des menschlichen Herzens als Kleinglaube erscheinen. In diesem christlichen, hoffnungserfüllten Geist wollen diese Meditationen über das Freudige und Zukunftsverheißende unseres Lebens sprechen.