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Gustav Reingrabner - Aus der Kraft des Evangeliums [antikvár]
 
Evangelisch in Österreich „Evangelisch in Österreich" vyar das Motto der zentralen Feiern der Evangelischen Kirche in Österreich aus Anlaß des Gedenkens an den Erlaß des Tnlefftnzpatentes Kaiser JosefsJI. am 13. Oktober ^'^TySiy,,Evangelisch in Österreich" war aber auch durch lange Zeit in vieler Hinsicht eine fragwürdige Sache. Diese Fragwürdigkeit ergab sich aus den Verhältnissen in der evangelischen Kirche dieses Landes, genauer gesagt, jener Länder, die ,,Österreich" bildeten. Die Fragwürdigkeit lag aber noch viel...
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Evangelisch in Österreich „Evangelisch in Österreich" vyar das Motto der zentralen Feiern der Evangelischen Kirche in Österreich aus Anlaß des Gedenkens an den Erlaß des Tnlefftnzpatentes Kaiser JosefsJI. am 13. Oktober ^'^TySiy,,Evangelisch in Österreich" war aber auch durch lange Zeit in vieler Hinsicht eine fragwürdige Sache. Diese Fragwürdigkeit ergab sich aus den Verhältnissen in der evangelischen Kirche dieses Landes, genauer gesagt, jener Länder, die ,,Österreich" bildeten. Die Fragwürdigkeit lag aber noch viel stärker darin, daß Österreich se nand IL, der im Jahre 1637 _ lische Macht Mitteleuropas "galt. In einem Staat, d^ sich lange genug als katholisch einschätzte, der seine Interessen nicht selten mit jenen der katholischen Kirche gleichsetzte, identifizierte man evan-\ gelisch oftmals mit „ausländisch" und im Zeitalter I der europäischen Partikulargegensätze als feindlich. „"Evangelisch in österreich'^war aber nicht nur während der Zeit der Gegenreformation fragvrör-dlg, sondern auch lange Zeit, nachdem aufgrund des Toleranzpatentes wieder Gemeinden entstanden waren, bestand das Proljlem ,.Glaube und/oder Heimat"! Noch im Jahr f93ß konnte der Kardinal von Wien stolz von einer neuen Gegenreformation in Österreich" sprechen, die durchaus die Identifi- kation der österreichischen Protestanten mit ihrem Staat in Frage stellen mußte. Die Gegensätze, die Österreich mit den Ländern des protestantischen Nordens hatte, blieben keineswegs ohne Auswirkungen auf die Wertung des Protestantismus im eigenen Lande. So gab es durch viele Jahrzehnte für die aufgrund des Toleranzpatentes entstandenen Pfarrgemeinden die Frage nach der Identität der Heimat. Diese Frage erhielt im lahrhundert des Nationalismus Aktualität, vor allem auch im Blick auf die sich bis zum Höhepunkt im Krieg von 1866 steigernden Gegensätze zwischen dem Norden Deutschlands und dem katholischen Osterreich. So hatte in diesem Vielvölkerstaat Österreich der Pjotestantismus, der weit über sein kirchliches Leben hinaus Anerkennung und Geltung gefunden hatrte, nach seiner Position und seiner Identität zu suchen. Hilfe bei der Findung derselben schien die Geschichte und ihre Erforschung zu bieten, hatte es doch unmittelbar nach der Reformation in den Ländern Österreichs reiches evangelisches Leben gegeben. Lediglich die Gewaltmaßnahmen der Gegenreformation hahpn hpwirkr, Hai^ es ipärpr kein evangelisches Österreich mehr gab. So bot die Erhebung von l'atsachen aus der Vergangenheit die Möglichkeit, darauf hinzuweisen, daß der Protestantismus in Österreich eine große Vergangenheit hatte, nicht aus eigener Schuld aus dem Lande gewichen ist und darum eben auch nicht nur eine importierte oder für wenige Jahrzehnte ins Land gekommene Angelegenheit sei. Die Geschichtsschreibung des österreichischen Protestantismus begann in dieser Absicht. Natürlich war sie vom protestantischen Selbstbewußtsein erfüllt und wollte zeigen, daß es durchaus nicht ein Glück oder ein Vorteil war, daß „katholisch" und ,,österreichisch" auf weite Strecken nahezu identische Begriffe geworden waren. Sie wollte zeigen, daß Österreich dadurch Schaden gelitten hat, daß es von der evangelischen Freiheit wieder in ein knechtisches Joch zurückgefallen war. Es ging der evangelischen Geschichtsschreibung in öster- ^ reich darum, nicht nur zu zeigen, in welch starkem Maße Österreich einmal evanglisch gewesen ist, sondern auch zu zeigen, wie durch böse und verwerfliche Mittel diese positive evangelische Vergangenheit zum Schaden des Landes ausgelöscht wurde. Solche Geschichtsschreibung kam jenem protestantischen Selbstbewmßtsein entgegen, das in dieser Kirche etwa um die Jahrhundertwende vorhanden 'war. Dabei war es lnicht\so sehr die Gemeinschaft, in der man \Sm Jesip willen stehen mußte, sondern das Wissen, eine mündige Form des Christenmms sein eigen zu nennen und daraus sein Leben verantwortlich gestalten zu können. Die Zeiten haben sich geändert und darum auch die Möglichkeiten der Identifikation des evangelischen Österreichers mit seiner Geschichte und seinem Stammland. Nicht nur die Geschichtsschreibung hat andere Aufgaben gefunden, auch die evangelischen Österreicher haben in ihrer Hei-mat die Möglichkeit zur Identifikation mit deTVer-gangenheit und der Gegenwart derselben gefunden. So soll Geschichtsschreibung heute erläutern, wie manches geworden ist; sie soll Wirkungszusammenhänge, die in die Gegenwart führen, aufzeigen, und sie soll auch die evangelische Position in ihrer Dif-

Termékadatok

Cím: Aus der Kraft des Evangeliums [antikvár]
Szerző: Gustav Reingrabner
Kiadó: Martin-Luther-Verlag-Evangelischer Presseverband in Österreich
Kötés: Fűzött keménykötés
ISBN: 3875130499
Méret: 210 mm x 260 mm
Gustav Reingrabner művei
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