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ZUR ENTSTEHUNG DES BUCHES
Es war eine Eigenart des wissenschaftlichen Vorgehens von C. G. Jung, daß er in seinen Schriften auf wesentliche Probleme zurückkam, sie von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachtete, alte Fragen neu durchdachte und neue und differenziertere Antworten erteilte. Das macht die Lektüre seines umfangreichen Werks zu einem spannenden Erlebnis, erschwert jedoch die gründliche Kenntnis eines einzelnen Fragenkomplexes. So ist es nur natürlich, daß an Jungs Mitarbeiter und Schüler immer wieder die Bitte gerichtet wird, ein einzelnes Thema seiner Psychologie darzustellen.
1965 wurde ich von Professor J. R. Smythies M. D., Univer-sity of Edinborough, aufgefordert, für einen Sammelband Science and ESP (Naturwissenschaft und außersinnliche Wahrnehmungen) im Rahmen der «International Library of Philo-sophy and Scientific Method» einen Beitrag über C. G. Jungs Erfahrungen und Forschungen auf dem Gebiet der Parapsychologie zu liefern. Der hier vorliegende Aufsatz «Parapsychologie: Erfahrungen und Theorie» ist eine erweiterte Fassung jenes Beitrags.
Jungs parapsychologische Forschungen gehören zu den schwierigsten, vom naturwissenschaftlichen Gesichtspunkt aus jedoch wichtigsten Kapiteln seines Werks. Das von ihm aufgestellte, die Kausalität ergänzende Erklärungsprinzip der Synchronizi-t'dt ermöglichte die wissenschaftliche Einordnung und das Verständnis zahlreicher bisher unerklärt gebliebener Phänomene. Aufgrund seiner Einsichten wurde die Parapsychologie zur Brücke zwischen der Psychologie des Unbewußten und der Mikrophysik.
Mit Vorliebe wandte Jung sein Interesse abseitigen und darum beunruhigenden Problemen zu, was er damit begründete, daß in Sicherheit, Gewißheit und Ruhe keine Entdeckungen gemacht werden. Ein abseitiges Thema war die Parapsychologie