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VON DER STAATSGRENZE BIS FERTŐRÁKOS
Die österreichisch-ungarische Grenze können wir zu Fuß oder mit Fahrrad auch über den Grenzübergang zwischen Mörbisch und Fertőrákos passieren. In der unmittelbaren Nähe der jetzigen österreichisch-ungarischen Grenze befindet sich das Mithraeum von Fertőrákos, welches mit ein Zeuge dafür ist, daß sich in dieser Gegend, am Üfer des Neusiedlersees auch die Römer niederließen. Den zwischen Fertőrákos und Mörbisch befindlichen Mithras-Chor haben Ferenc Storno jun. und der Steinmetz György Malleschitz 1866, fast gleichzeitig entdeckt. Dieser Chor ist unter den römischen Denkmälern um Sopron von hervorragender Bedeutung.
Unsere Kenntnisse über den Mithras-Kult gehen auf sechs Jahrtausende zurück.
Die Indoiraner haben Mithras und Varuna gleichzeitig geehrt, zumal diese beiden Gottheiten den Himmel symbolisierten. Nach unseren heutigen Kenntnissen hat Varuna den nächtlichen, während Mithras den Tageshimmel verkörpert.
Im römischen Reich haben den Kult des für den unbesiegbaren Sonnengott gehaltenen Mithras von Osten kommende Soldaten und Kaufleute verbreitet. Über Mithras hielt man, er sei aus einem Fels geboren, deshalb wurde sein Chor in einer Höhle oder zwischen Felsen errichtet. An einem Ort, wo das zur Zeremonie unbedingt notwendige Wasser zur Verfügung stand. Die in einer künstlichen Umgebung errichteten Kultstätten wurden höhlenartig ausgebildet, da Mithras seinen Gegner, einen Stier, in einer Höhle getötet, und das Fleisch des Stieres zusammen mit Sol dort verzehrt hat. Soweit uns bekannt, ist in jedem Mithras-Chor jenes Kultbild zu finden, an dem Mithras den das Finsternis und die Unfruchtbarkeit symbolisierenden Stier tötet. Am Bild sind noch Cautes, das Symbol des Morgenrotes und Cautopates, jenes der Abenddämmerung sowie die Helfer von Mithras: der Hund, die Schlange und der Skorpion zu sehen.
Das derzeit zu sehende und renovierte Gebäude (entworfen von Agnes H. Vladár) erweckt den Eindruck eines römischen Chores.
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