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ETHMEÄl DER WELT, TREMET EUCH!Aiiszug aus den Wiener Notizen vom Frühjahr 1995Den Titel habe ich schon einmal verworfen, aber dafür ist er zu schade, denn er ist treffend, auch wenn es etwas übertrieben ist, in diesem Zusammenhang auf die berühmte Parole des Kommunistischen Manifests zu verweisen. Januar und Februar habe ich mit Schreiben über die ethnisierende Anschauungsweise verbracht, die unser Gesellschaftsbild mehr und mehr zu beherrschen scheint. Ich habe den Vortrag darüber gehalten - meine einzige Verpflichtung im freien Leben am Ungarischen Institut in Wien. In Kürze erscheinen auch die ungarische und die rumänische Ubersetzung. Über das, was ich noch letztes Jahr zu diesem Thema geschrieben habe, wird gelegentlich noch in der Zeitschrift für Politologie [Politikatudományi Szemle] diskutiert.An einem Morgen im letzten Herbst, als ich im Institut ankam, sagte ich zu Géza Komoróczy [Archäologe], der im Nebenzimmer arbeitete: Stell dir vor, heute morgen habe ich eine Synagoge gefunden." Wo denn?" fragte er. Er kennt auch hier alle Objekte dieser Art. Damals quälte er sich gerade mit der Korrektur von Das jüdische Budapest" [Zsidó Budapest] ab. Ich erzählte ihm, daß ich ein eigenartiges kleines Gebäude im alten Krankenhaus entdeckt hatte; genauer gesagt am Berührungspunkt von Garnisonsspital und Krankenhaus, dort, wo der Narrenturm steht. Ein kleines achteckiges Gebäude, das als Transformatorenhäuschen dient. ,Ja, ja", sagte Géza, ich weiß, das war ein Riesenskandal."