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Erstes Kapitel Ropers Gasse 1
Die angelehnte Tür lockte das Mädchen. Hazzard pflegte seine Tür nie offenzulassen. Es war seine Gewohnheit» seine Tür ruhig und sorgfältig zu verschließen, denn gleich vielen anderen Türen in der Ropers Gasse hatte auch diese bessere Tage gesehen und litt unter Altersschwäche, unter wackligen Angeln und einem abgenutzten Schloß. Hazzard kannte die Gewohnheit der Tür. War man mit der Tür nicht energisch und überzeugte man sich nicht, daß das Schloß eingeschnappt war, dann schwang die Türe mit leisem, quarrendem Stöhnen langsam wieder in das Zimmer zurück. Es war eine treulose, verräterische Tür. Stets war sie bereit, ihn und seine Geheimnisse zu verraten, und Hazzard wünschte aus zahlreichen Gründen, daß die Tür geschlossen bliebe.
Ruth Avery zauderte. Seit knapp einem Monat bewohnte sie das Vorderzimmer im obersten Stock der Ropers Gasse Nr. 7, und der Bewohner des Hinterzimmers war genau so geheimtuerisch wie seine Tür. Ruth hörte ihn die Treppen hinauf- und hinuntergehen; er hatte ein lahmes Bein, und sein unregelmäßiger Schritt erinnerte an den Schlag des menschlichen Herzens, wie ihn des Arztes Ohr vernimmt — „lup — dup, lup — dup". Einmal war sie ihm auf der Treppe begegnet, einem kleinen, dunkelhaarigen, bleichen jungen Manne mit einem riesigen Schädel und trotzigen Haaren und einem gewissen Etwas in seinen Augen. Er war zur Seite getreten, um sie vorüberzulassen. Er hatte sie weder angesehen, noch mit ihr gesprochen. Er hatte jene unfreundliche Art, die
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