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GIANNI RODARI
Am Strand von Ostia
W^enige Kilometer von Rom entfernt liegt der Strand von Ostia, und dorthin fahren die Römer im Sommer zu Tausenden und Abertausenden, und am ganzen Strand bleibt nicht einmal so viel Platz frei, daß man mit einer Kinderschaufel ein Loch graben könnte. Und wer als letzter kommt, weiß nicht, wo er seinen Sonnenschirm aufpflanzen soll.
Eines Tages tauchte am Strand von Ostia ein bizarrer, wirklich witziger Herr auf Er kam als letzter, hatte seinen Sonnenschirm unter dem Arm und fand keinen Platz, wo er ihn hätte aufpflanzen können. Da öffnete er ihn, rückte am Stock etwas zurecht, und sofort erhob sich der Schirm in die Lüfte, und über Tausende und Abertausende von Sonnenschirmen hinweg gelangte er ans Meer und pflanzte sich direkt davor auf, aber zwei oder drei Meter über den Spitzen der anderen Sonnenschirme. Der witzige Herr nahm seinen Liegestuhl auseinander, und auch der blieb in der Luft stehen; er legte sich in den Schatten seines Sonnenschirms, zog ein Buch aus der Tasche und begann in der vor Jod und Salz prickelnden Meeresluft zu lesen.
Anfangs merkten die Leute nicht einmal etwas. Sie lagen oder saßen unter ihren Sonnenschirmen, versuchten zwischen den Köpfen ihrer Vordermänner ein Stück Meer zu sehen oder lösten Kreuzworträtsel, und niemand schaute in die Luft. Aber auf einmal hörte eine Dame etwas auf ihren Sonnenschirm fallen, dachte, es wäre ein Ball, trat heraus, um die Kinder zu schimpfen, schaute um sich und in die Luft, und da sah sie den witzigen Herrn über ihrem Kopf schweben. Der Herr schaute hinunter und sagte zu der Dame:
»Entschuldigen Sie, mir ist mein Buch hinuntergefallen. Könnten Sie es mir bitte wieder heraufwerfen?«
Die Dame fiel vor Überraschung rücklings in den Sand, und da sie sehr dick war, kam sie nicht mehr hoch. Ihre Verwandten
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