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W W ürde einmal ein Graphiker das hydrographische Wappen unseres Landes zeichnen, würde er sicher das Symbol, oder wenn man so will, das heraldische Kennzeichen Transdanubiens — das „Ungarische Meer" — hineinkomponieren. Was für den Schweizer die Alpen, für den Russen die Steppen, für den Araber die Wüsten bedeuten, das ist für den Ungarn die Pußta in der Großen Ungarischen Tiefebene, oder das große transdanubische Wasser — der Balaton. Dieser See ist für die ungarische Kunst wie die Liebe für die universelle Kunst ein...
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W W ürde einmal ein Graphiker das hydrographische Wappen unseres Landes zeichnen, würde er sicher das Symbol, oder wenn man so will, das heraldische Kennzeichen Transdanubiens — das „Ungarische Meer" — hineinkomponieren. Was für den Schweizer die Alpen, für den Russen die Steppen, für den Araber die Wüsten bedeuten, das ist für den Ungarn die Pußta in der Großen Ungarischen Tiefebene, oder das große transdanubische Wasser — der Balaton. Dieser See ist für die ungarische Kunst wie die Liebe für die universelle Kunst ein unerschöpfliches Thema: in Gedichten, Liedern, Romanen, Reisetagebüchern, auf Gemälden und Zeichnungen, als auch Gegenstand der Geologie, der Archäologie, der Soziologie und der Ethnographie. Wenn wir seinen Nemen aussprechen, ist es so, als würden wir den Namen unseres Geliebten, unserer Mutter oder unserer Heimat erwähnen. Es kommen in einem Gefühl eine unendliche Anzahl von Relationen zum Ausdruck. So wie uns beim Aussprechen des Namens des Geliebten auch die mit ihm verbundenen Ereignisse und Erinnerungen in den Sinn kommen, so beschwört in uns der Name BALATON die Fische, die Legenden des Sees, sein seidiges Wasser und seine stürmischen Wellen herauf. Da denken wir an das Tihanyer Echo, an die einstigen Eremiten der Halbinsel, an das gebaute romanische Tor der Pfarrkirche von Felsőörs aus rotem Sandstein, an die Gemälde der berühmten Maler des Balatons — József Egry oder János Halápy, an die „Goldene" und die „Silberne" Brücke, an das Schloß Eszterházy in Szigliget, an die Weinberge von Csopak, an die Koloska-Quelle, an die Tagore-Allee von Balatonfüred, die die Erinnerung des indischen Dichters bewahrt und wir könnten diese Aufzählung noch endlos fortsetzen. Das ist aber nicht unser Ziel. Wir wollten nur den komplexen Charakter des Begriffs Balaton andeuten und einigermaßen dokumentieren. Der Balaton ist nämlich, im Gegensatz zu vielen anderen ungarischen Landschaften, nicht nur ein einfaches Natur- oder Landschaftselement, sondern er ist auch ein sehr bedeutender Bestandteil unserer Kultur, unserer Kunst, unserer Literatur und unserer Geschichte. Er ist ein unendlich tiefer Brunnen, eine ewige Inspirationsquelle für die Freude der Sonne und des Wassers. Die Volkskunst seiner Umgebung, hauptsächlich die der nördlichen Landschaft des Balatons, ist ein selbstständiges und sehr reiches Kapitel der ungarischen Ethnographie. Ein ebenso umfassendes Kapitel ist auch der Weinbau am Plattensee. Hier soll auch das weltberühmte Sanatorium für Herzkrankheiten erwähnt werden, das sich in Balatonfüred befindet, und für die Hochburg der ungarischen Medizin gilt. Das alles gehört also zum Balaton und noch vieles andere: Träumende Spaziergänger in der Abenddämmerung, Fischer auf dem morgendlichen See, Maler am dampfenden Wasser — wie in einem Gedicht, auf einem Photo oder wie in der Wirklichkeit. Nehme davon ein jeder das, was ihm am liebsten oder am wichtigsten ist. Es bleibt genug dem Bettler und dem König, dem Ungarn und dem Ausländer, dem Wissenschaftler und dem Künstler, dem Fischer und dem Maler, dem Sonnen- wie dem Wasserliebhaber. Und was bleibt dem Zauberer des OBJEKTIVS? Die Ansicht. Alles für die Augen und die Phantasie. Der Phantasie, die von der Schönheit angeregt wird. Von der SCHÖNHEIT, die wir von der Natur bekommen, und die uns alles in seiner leidenschaftlosen Sachlichkeit erschließt. Es ist der Mensch, der diese Gabe dann mit Geist und Seele und mit der Bewußtheit des Schönen anreichert und in Besitz nimmt. So taten es auch die Fotografen, auf deren Bildern wir den zauberischen See Balaton in seiner vollen Pracht bewundern können.

Termékadatok

Cím: Balaton [antikvár]
Szerző: Endre Kajetán
Kiadó: Fine Arts Publishing House
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 9633364892
Méret: 150 mm x 200 mm
Endre Kajetán művei
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