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Vorwort
Die Planung eines staatlichen Zweigmuseums in Neumarkt in der Oberpfalz, in der Nachbarschaft des Ballungsraumes Nürnberg, geht bis in den Spätherbst des Jahres 1980 zurück. Damals nahm Oberbürgermeister Kurt Romstöck mit meinem Amtsvorgänger, Dr. Lenz Kriss-Rettenbeck, in dieser Angelegenheit Kontakt auf, und bereits im Dezember desselben Jahres verständigte man sich auf ein konkretes Projekt. Als Thema wurde die für Bayern so wichtige kirchliche Kunst des Barock und Rokoko ins Auge gefaßt, wobei volkskundliche Aspekte wie häusliche Andacht und Wallfahrtswesen einbezogen werden sollten. Als Gebäude wurde der ehemalige Nordwestflügel des Renaissanceschlosses, die noch sanierungsbedürftige sogenannte Krümperstallung, vorgesehen. Es gehörte 1980 viel Phantasie dazu, sich in diesem Gemäuer ein Museum vorzustellen.
Im Sommer 1981 lag ein erstes detailliertes inhaltliches Konzept vor. Im April 1983 konnte der Vertrag zwischen dem Freistaat Bayern und der Stadt Neumarkt unterschrieben werden. Nach längeren Diskussionen hatte man sich bei der Sanierung des Gebäudes für die Rückgewinnung der ehemaligen Höhe entschlossen und dadurch — im Hinblick auf das Zweigmuseum — für das Obergeschoß eine angemessene Raumhöhe erreicht. Am 18. November 1983 wurde Richtfest gefeiert, im Spätherbst 1984 war der Innenausbau abgeschlossen.
Die Sanierung der Krümperstallung unter der Leitung des Architekten Karl Habermann ist Teil der Reaktivierung des Schloßplatzes, die mit dem ebenfalls durch Karl Habermann durchgeführten Ausbau des Reitstadels zum Konzertsaal begonnen hatte. Es folgte die Neuanlage des Platzes und, als vorläufig letzter Schritt, die Wiederherstellung der Krümperstallung als Gebäude für ein Museum und gleichzeitig für eine Gaststätte in den alten Kellergewölben. Dem Museum stehen im Erdgeschoß und im Obergeschoß jeweils ein Saal von etwa 200 qm Ausstellungsfläche zur Verfügung, schöne Räume, die für ihre museale Nutzung bestens geeignet und vorzüglich ausgestattet sind. Nur der Eingang zum Museum, der auch vom Bedienungspersonal der Terrassenwirtschaft genutzt wird, bedarf einer besseren Lösung.