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BAUDENKMÄLER UNGARNSVON LÁSZLÓ GERŐBei einem Überblick über die in Ungarn erhaltenen Baudenkmäler nimmt man wahr, dass sie in Bezug auf Vergangenheit, ästhetische Wirkung und Bauformen hinter den üppigen Baudenkmälern der Römerzeit. Gotik, Renaissance, des Barocks und Klassizismus vieler Länder Europas zurückstehen. Auch von den ungarischen Siedlungen des Mittelalters und den einst glanzvollen Bauten des romanischen Stils sind uns nur Bruchteile erhalten. Ebenso ist es wenigen bekannt, wie zeitlich Ungarn den übrigen europäischen Staaten um Jahrzehnte voraus den unter italienischem Himmel gezeugten Renaissance-Stil übernommen hat. Kläglich schütter sind die Denkmäler, die unsere Türkenherrschaft von anderthalb Jahrhunderten und die darauffolgenden langen Freiheitskämpfen gegen das Haus Österreich über-dauetr haben.Trotz des fremden Ursprungs der Stilarten und der ausländischen Meister gibt es jedoch einen einheitlichen Zug, der alle diese Stile durchdringt, und den man als den ungarischen Bauwillen bezeichnen könnte. Dieser gemeinsame Zug kommt in der Schlichtheit, Ruhe und Kraft der ungarischen Baudenkmäler zum Ausdruck. Die vergangenen Gesellschaftsordnungen waren jederzeit bemüht, ihre höchsten Werte vor der Vernichtung zu bewahren. Der institutionelle Denkmalschutz wurde auf Anregung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften verhältnismässig früh Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts eingeführt. Das Schwinden der Baudenkmäler ist grösstenteils auf die Kriege, vielfach jedoch auch auf Nachlässigkeit, Unwissenheit und auf die um die Jahrhundertwende ohne Sinn für Aesthetik und dilettantisch durchgeführten Restaurierungen zurück-zuführen. Die Zahl der Baudenkmäler in Ungarn ist heute auf insgesamt 1900 gesunken (im Vergleich zu 30 000 in Polen und 40 000 in der Tschechoslowakei), daher wird auf ihre Bewahrung gesteigerte Sorgfalt angewandt.Die Ausgrabungen auf dem Budaer Burghügel in Budapest, in der auf den breiten Donauspiegel blickenden einstmaligen Königsburg, im angrenzenden Stadtviertel, wo sich alte herrschaftliche und bürgerliche Behausungen aneinanderreihen, und im Gürtel der Basteien, die in die Jahre 194652 fallen und teilweise heute noch fortdauern, haben zur Aufdeckung und Wiederherstellung bedeutender Bau- und sonstiger Kunstdenkmäler geführt. Die neue Auffassung über Denkmalschutz, die nicht nur den Schutz einzelner Denkmäler bezweckt, sondern sich auf ganze Gesamtheiten erstreckt, kam im neuen ungarischen Gesetz für Denkmalschutz aus dem Jahre 1949 zum Ausdruck, das an Stelle des überholten Gesetzes aus dem Jahre 1881 trat. In diesem Sinne wurden in den Jahren 195154 72 Siedlungen baugeschichtlich überprüft, um bei der zukünftigen Gestaltung ihre Physiognomie zu korrigieren.Unsere Abhandlung will eine kleine Lese der Baudenkmäler aus der tausendjähriger Vergangenheit Ungarns und einen flüchtigen Überblick derselben bieten.Bei der Vorführung unserer Baudenkmäler halten wir uns an die Zeitfolge ihres Entstehens und streben danach, wenigstens ein skizzenhaftes Bild von der Tätigkeit der ungarischen Denkmalpflege zu geben. Die Konservierungen sind von dem Bestreben geleitet, die einzelnen Baudenkmäler mit dem ganzen Vorgang ihrer historischen Entwicklung