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SPUREN DER VERGANGENHEITWoher kennen mr eigentlich das Leben im Mittelalter? Zeitungen und gedruckte Bücher in großer Zalil, wie sie uns heute selbstverständliches Informationsmaterial sind, erscheinen erst seit dem Ende dieser Epoche, seit rund vierhundert Jahren. Lesen und schreiben konnten während des ganzen Zeitabschnitts nur wenige Auserwählte: Geistliche, Adlige, reiche Bürger. Zwar gab es gegen Ende des Feudalismus schon viele Schriftkundige, aber die einfachen Menschen, Bauern, Knechte, Tagelöhner und die ersten Arbeiter, durften höchstens eine einklassige Schule besuchen, wo ihnen Gottesfurcht und Untertänigkeit beigebracht ^\Tirden, nicht Wissen. Woher wenn sie es nicht aufschreiben komiten wissen wir aber dann von ihrem Leben, ihren Wünschen und Kämpfen, ihrem Lieben und Hoffen?Überliefei-t sind uns Leben mid Taten der großen Herren. Von den Kaisern und Königen wissen wir, wie sie aufwuchsen, wer sie erzog, was sie aßen und tranken. Was aber wissen wir von der Weberin in der Erdhütte, dem Bauern hinter dem Pflug, dem kimstf ertigen Schmied ? Es ist wenig genug, imd doch gewinnen wir durch lange, liebevolle Besdiäf-tigung mit vergangenen Zeiten ein Bild. Dieses Bild ist nicht aus einem Guß. Es ist zusammengesetzt aus Tausenden kleinen, zufällig erhaltenen Mosaiksteinen. Jahre und Jahrzehnte braucht man, um sie zu verstehen, sie