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Vorwort
über die Glaubwürdigkeit und Bedeutung von Bauernweisheiten streiten sich seit jeher die Menschen. Sind sie Aberglaube oder sind sie ein Wissen, das seit Hunderten von Jahren mündlich überliefert wurde und erst Anfang dieses Jahrhunderts niedergeschrieben wurde? Sind es holprige Reime, die nichts mit den modernen Möglichkeiten der Wettervorhersage oder der Pflanzenkunde zu tun haben, oder sind es lustig formulierte Reime, die eine lange Erfahrung an Beobachtungen widerspiegeln? Sind die Weisheiten über das alltägliche Leben scherzhafte Aussprüche, die nichts zu bedeuten haben, oder sind es Weisheiten, die sich seit Generationen von Menschen bestätigt und dabei auch entwickelt haben?
Falls Sie sich, verehrter Leser, zu denen zählen, die nichts auf Bauem-weisheiten und sonstige Weisheiten geben, dann waren wir bis vor kurzem noch derselben Überzeugung. Aber nach Vollendung des Buches, das Sie in Händen halten, hat sich meine Meinung geändert. Im Zuge meiner Recherchen und dem damit verbundenen Lesen vieler Bücher über Bauern, deren Kultur und deren Tradition, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, daß hinter diesen oftmals fast lächerlichen Aussprüchen und Reimen viel Weisheit und Erfahrung stehen. Diese Erfahrungen mußten die Bauern in früherer Zeit machen, wenn sie nicht ihre Ernte verlieren und dadurch ihre Familie in Hunger und Not stürzen wollten. Früher gab es keine moderne Wettervorhersage wie heute, und die Menschen mußten sich auf ihre Erfahrungen und Beobachtungen verlassen. Diese leiteten die Bauern über die Jahre zu Gesetzmäßigkeiten ab, brachten sie in Reimform und verwendeten die Namenstage als Gedächtnisstütze. Vor diesem Hintergrund änderte der Autor seine Meinung, um die geballte Lebenserfahrung und Erfahrung mit der Natur nicht achtlos wieder zu vergessen. Aber auch die Weisheiten, die unser tägliches Zusammenleben betreffen, so konnte der Autor feststellen, sind von einer treffenden Einfachheit, die es unmöglich macht, sie in einem umfassenden Werk, wie es dieses versucht zu sein, auszulassen.