Bővebb ismertető
Vorwort
Drei Frauengestalten stehen im Mittelpunkt dieses Heftes, die jede für
sich ein Stück bayerisch-ungarischer Beziehungen verkörpern.
Mit der bayerischen Herzogstochter Gisela, die vor 1000 Jahren den
ungarischen Fürstensohn Vaijk heiratete, beginnt die Christianisierung
Ungarns. Als im Jahr 1000 Vaijk, der sich nun Stephan nannte, zum Kö-
nig gekrönt wurde - und mit ihm Gisela zur Königin erwarb sich
Ungarn einen festen Platz im Staatsgefüge des mittelalterlichen Europa.
Elisabeth von Thüringen, ein Sproß aus dem einst herausragenden Ge-
schlecht der Andechs-Meranier und Tochter eines ungarischen Königs,
wird als zweite völkerverbindende Frauenpersönlichkeit dargestellt.
Dem 19- Jahrhundert gehört Kaiserin Elisabeth von Österreich an, die
einer wittelsbachischen Nebenlinie entstammte und unter dem Kose-
namen „Sissy" bzw. „Sisi" Bekanntheit erlangt hat. Ihre auf Ausgleich und
Verständigung bedachte Politik gegenüber Ungarn, die sich auch mit
persönlichem Interesse für dieses Land paarte, hat nicht nur bei den Zeit-
genossen Anerkennung gefunden.
Diese drei Frauen sind nicht nur Symbolgestalten für die jahrhunderte-
langen wechselvollen Beziehungen zwischen Bayern und Ungarn, son-
dern aufgrund ihrer individuellen Eigenschaften auch Leitbilder für
völkerverbindende Ideale: die Nationalheilige Gisela als christliche Herr-
scherin, deren Grab in Passau zunehmend mehr Besucher findet, Elisa-
beth von Thüringen als hochmittelalterliche Repräsentantin umfassender
Caritas und Elisabeth als bis heute anerkannte Friedensstifterin im Jahr-
hundert nationaler Spannungen.
Die drei Biografíen lenken zugleich den Blick auf Ungarn und seine
Geschichte. So will dieses Heft mehr noch Interesse wecken als Wissen
vermitteln. Dr. Attila Pök von der Ungarischen Akademie der Wissen-
schaften hat mit großem Einsatz die vielfältigen Mühen der Kooperation
übernommen. Renommierte ungarische Historiker haben die drei Bei-
träge abgefaßt. Sie geben den deutschen Lesern damit auch einen Ein-
druck von der ungarischen Perspektive und aktivieren, so ist zu hoffen,
ein Stück Erinnerung, das in ihrem eigenen Land noch in hohem Maße
präsent ist.
Die Kenntnis voneinander und das Bewußtsein historischer Gemein-
samkeiten sind eine sichere Brücke zu Begegnung und Kooperation ge-
rade auch in einem größer werdenden Europa.
Deshalb verbindet sich mit dem Heft auch die Hoffnung, daß es nur den
Auftakt bildet zu einer engeren Zusammenarbeit, die in den Jubiläums-
jahren 2000 und 2001 in gemeinsame Jahrtausendveranstaltungen mün-
den könnte.