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Vorwort
Die Bayerische Landesausstellung 2001 »Bayern - Ungarn. Tausend Jahre« hat eine lange Vorgeschichte. Nach dem Erfolg der ersten gemeinsamen Ausstellung von Stadt und Diözese Passau, der Ausstellung »Weißes Gold. Passau. Vom Reichtum einer europäischen Stadt« (1995), kam von Dr. Manfred Treml die Anregung, sich dem Gedanken zuzuwenden, ob man nicht in Passau eine Ausstellung gemeinsam mit dem Haus der Bayerischen Geschichte organisieren könnte. Dieser Satz klingt kompliziert - so war auch der Sachverhalt. Das Thema einer solch großen Schau lag fast auf der Hand, eben die Beziehungen zu Ungarn. Bischof Dr. Franz Xaver Eder waren diese immer ein großes Anliegen, und so hat er in den folgenden Jahren, zusammen mit Oberbürgermeister Willi Schmöller, viel getan, damit aus der Idee Wirklichkeit werden konnte. Staatsminister Erwin Huber hat sich dafür eingesetzt, daß sich der Freistaat Bayern mit dem Haus der Bayerischen Geschichte diesem Vorhaben schließlich zuwendete.
Seit 1998 lief die inhaltliche Vorbereitung, die vor allem das Projektteam des Hauses der Bayerischen Geschichte in Händen hatte. Die Wege nach Ungarn öffneten sich zuerst auf den kirchlichen Schienen, für den politischen Bereich erwies sich dann die Hilfe von Hans-Friedrich Freiherr von Solemacher, dem Repräsentanten der Hanns-Seidel-Stif-tung in Budapest, als unerschöpflich und unersetzlich. Als schließlich das Ungarische Nationalmuseum in Budapest in die Zusammenarbeit eintrat, konnte die Vorbereitung tatsächlich beginnen.
Vom 3. bis 5. Mai 1999 fand in Passau, Haus Spektrum Kirche, ein erstes Kolloquium zur Vorbereitung der Ausstellung statt. Die Ergebnisse dieser Veranstaltung flössen in das Konzept ein und dienten der weiteren thematischen Arbeit wie auch schon der Exponatauswahl. Vom 15. bis 18. Oktober 2000 wurde am gleichen Ort die Tagung „Bayern und Ungarn im Mittelalter und in der frühen Neuzeit" abgehalten. Die Vorträge dieser Tagung, naheliegenderweise erweitert um den thematisch wichtigen Beitrag von Jörg-Peter Niemeier, sind in diesem Band abgedruckt. Wesentliche Aspekte der wissenschaftlichen Grundlagen der Ausstellung sind hier dokumentiert.
Trotz dieser eigentlich recht engen Bindung ist der vorliegende Tagungsband zugleich eine Einführung in die bayerisch-ungarische Geschichte. Wesentliche Aspekte unserer gemeinsamen Geschichte kommen zum Tragen und werden nach dem jüngsten Forschungsstand erläutert, wobei zugleich die Forschung vorangetrieben wird. Wie so oft sind auch in diesem Fall die Interdisziplinarität und der grenzüberschreitende wissenschaftliche Austausch wesentliche Faktoren des wissenschaftlichen Fortschritts. So erwächst aus den derzeitigen politischen Entwicklungen und den damit verbundenen Möglichkeiten ein umfassenderes Verständnis unserer Vergangenheit.
Dr. Herbert W. Wurster