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EINLEITUNG
In meiner Jugend habe ich gelernt: Anna Maria Schuurmann lebte im 16. Jahrhundert in Holland und war die klügste Frau ihrer Zeit; sie löste die schwierigsten mathematischen Aufgaben, beherrschte ein Dutzend fremder Sprachen, korrespondierte mit vielen europäischen Gelehrten und aß Spinnen. An dieser Vorliebe für Spinnen zweifelte ich so wenig wie irgend jemand sonst, galt doch im 16. Jahrhundert eine gelehrte Frau als naturwidrige Ausnahme, und in meiner Jugend dachte man noch nicht viel anders. Gelehrte Frauen haben sich nie eines guten Rufes erfreut. u so liest man schon bei Moliere. Doch auch andere Fräuen genug haben ihre Geschlechtsgenossinnen je und je an Klugheit, an Mut, an Tatkraft überragt; die Geschichte nennt die Namen — von Schriftstellern ihrer Zeit wurden sie mit Achtung, Furcht und Abscheu in wunderlichem Gemisch betrachtet. Man schätzte ihre Leistungen, man pries ihre hohe Begabung, doch allzu tief wurzelte die Überzeugung, die Frau sei ein schwaches, abhängiges Wesen, das am besten dem Veilchen gleich im Verborgenen blühe; vollends stand fest:
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