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WELTGESCHICHTE - welch ein großes, regalefüUendes Wort! Und hier soll ein einziger Band davon handeln? Dies ist nur in Ausschnitten möglich, die einzelne PersönHchkeiten herausgreifen. Aber läßt es sich rechtfertigen, daß Einzelne so weit in den Vordergrund treten?
Was in der Weltgeschichte geschieht, mag wohl das Zusammenspiel Vieler sein. Aber NICHTS geschieht, wenn nicht wenigstens EINER es tut, und NICHTS unterbleibt, wenn nicht wenigstens EINER es unterläßt.
Zu den aufregendsten Momenten der Weltgeschichte gehören die, in denen zwei bedeutende Männer einander begegnen. Begegnungen brachten oft einiges zustande, nicht immer Gutes. Sie waren einmaHg, oder sie wiederholten sich. Man ging voller Hochachtung auseinander oder im Zorn. Aus mancher Begegnung erwuchs ein schweres Zerwürfnis. Oft enthielt die Begegnung ein großes Versprechen; selten wurde es eingelöst. Oft bahnte sie eine besondere Chance an; meist wurde sie vertan. Die Beteiligten repräsentierten verschiedene Rehgionen oder unterschiedliche Staatsformen, einander entgegengesetzte Machtansprüche oder Kulturkreise, die lange voneinander nichts gewußt hatten, scheinbar verwandte Auffassungen von Kunst und gegensätz-Hche Ziele des Forschens. Am faszinierendsten wirken auf uns Heutige solche Begegnungen und Zerwürfhisse, in denen Geist und Macht aufeinandertrafen, Kontrahenten, wie Heinrich Mann sie in seinen Essays herausstellte. Selbst wenn sich die Wege zweier Geistiger kreuzten, versuchte sich oft genug einer des anderen zu bemächtigen. Auch ihre Sympathien, Mißverständnisse und Zerwürfnisse sind Abbilder der Kräfte, die in der Weltgeschichte wirken.
Die welthistorischen Begegnungen, von denen hier erzählt wird, sind un-terschiedhch belegt. Ihre ÜberUeferung reicht vom Legendenhaften über die
Vorbemerkungen 5