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Vorwort
Die vorliegende Sammlung enlliäil 37 Porträts, die seit 1968 in der „Weltbühne" publiziert worden sind. Sie hier noch einmal darzubieten entspricht den Wünschen vieler Leser.
Die „Begegnungen im Atelier" sind keine kunsthistorisch-Icritischen Würdigungen, sondern Berichte, Reportagen, vielleicht Feuilletons. Beschrieben werden Besuche sowohl bei namhaften Künstlern unserer Republik als auch bei solchen Malern und Grafikern, deren Werk vorerst nur einem kleinen Kreis von Freunden bekannt geworden ist. Grundsätzlich aber entstanden nur Porträts von älteren Künstlern — ihr Leben brachte reiche Erfahrungen, die weitergegeben werden sollten: Einsichten in das Wesen der Kunst und der künstlerischen Arbeit sowie Begegnungen mit Kunst^und Künstlern aus früheren Jahren. Es gibt selbstverständlich viel mehr Maler und Bildhauer als hier aufgenommen wurden. So werden Kenner unserer Kunstszene zahlreiche Namen vermissen, darunter so gewichtige Altmeister unserer Malerei und Grafik wie Ehmsen und Nagel, Heartfield und Hegenbarth, Lachnit und Sdiwim-mer, Lingner und die beiden Grundigs. Ich habe sie alle gekannt und auch über sie geschrieben. Mit einigen von ihnen war ich sogar gut bekannt, etwa mit Heinrich Ehmsen, dem ich erste Einsichten in Glück und Not künstlerischen Schaffens verdanke, oder mit Hans Grundig, der mit einem Aquarell den Grundstein für meine Sammlung von Zeichnungen und Druckgrafik legte. Aber in jenen Jahren dachte ich nicht daran, Porträts zu schreiben. Später schien es mir, als würde ich diesen Künstlern gegenüber nicht richtig handeln, schriebe ich aus der Distanz, und so unterließ ich es. Mir kam es ja gerade darauf an, den Augenblick einzufangen und die Maler selbst zu Worte kommen zu lassen.