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VORWORT
Am 14. und 15. September 1984 fand in Graz unter der Leitung von Professor Dr. Anton Schwöb als Gemeinschaftsveranstaltung des Germanistischen Instituts der Universität Graz, des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde (Heidelberg) und des Südostdeutschen Kulturwerks (München) ein internationales Symposion statt, das sich mit der deutschen Literatur in Rumänien seit dem Ende des Ersten Weltkrieges beschäftigte. Dieser sogenannten „fünften deutschen Literatur", wie die deutsche Literatur aus Siebenbürgen, aus dem Banat und der Bukowina gerne bezeichnet wird, hat sich in den letzten Jahren das allgemeine Interesse und das der Literaturwissenschaft in außerordentlichem Maße zugewandt, nachdem sie, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges, bei den Medien und vielfach auch an den Universitäten jahrzehntelang in einem unfreiwilligen Dornröschenschlaf geruht hatte.
Absicht der von den Referenten aus der Bundesrepublik Deutschland, aus Osterreich und Rumänien bestrittenen Veranstaltung war nicht so sehr, einen repräsentativen Überblick über die deutsche Literatur Rumäniens zu geben als vielmehr die Bereitstellung von Materialien, eine Diskussion über den Stand der heutigen Forschung und das Aufzeigen noch zu bewältigender Aufgaben.
Der vorliegende Band enthält im wesentlichen die auf dem Grazer Symposion gehaltenen Referate. Der Beitrag von Johann Adam Stupp über den Banater Arbeiterdichter Nikolaus Schmidt wird an anderer Stelle erscheinen. Der Aufsatz „Kosmos und Banater Provinz". Herta Müller und der unliterarische Streit über ein literarisches Debüt" von Franz Heinz ist ein Nachdruck aus der Zeitschrift „Beiträge zur deutschen Kultur. Forschungen und Berichte" (Freiburg i. Br.), Jg. 2, H. 2, S. 80-89. Der Wiederabdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verfassers. Der bedeutsamen und vielschichtigen Bukowiner deutschen Literatur, die beim Grazer Symposion nicht behandelt werden konnte, wird eine eigene, vom Südostdeutschen Kulturwerk für 1987 geplante Tagung vorbehalten sein.