Bővebb ismertető
Die Beschreibung eines ungarndeutschen Bauernhauses aus dem Jahre 1815
EINLEITUNG
Vor der Aussiedlung der Deutschen aus Ungarn hatte auch in Schambek (Zsámbék - Ofner Bergland) ein jedes Bauernhaus seinen eigenen Namen, meist den Spitznamen der Familie, die es erbaut hatte. Es gab mehrere Techerts in der Ortschaft, die Neugass-ler wurden „Kunitz" bezeichnet. Das Wort „Kunitz" - bedeutet im Ungarischen: 1) jm. der im Freiheitskampf von Thököly - bzw. Rákóczi (17-18. Jh) gegen die Habsburgen gekämpft hat 2) als Adjektiv: hartnäckig, kämpferisch, mutig. Wanim die Familie eben diesen Beinamen erhalten hat, ist heute schwer zu klären. (Die zweite Bedeumng traf bei Resi Kunitz genau zu.)
Das alte Kunitz-Haus -einst Neugasse 26, heute Dózsa György út 30. - muß vor 1815 erbaut worden sein, denn an der Torsäule ist diese eingemeißelte Jahreszahl zu lesen. Da man ja früher wahrscheinlich auch zuerst das Haus baute und erst nachher Zaun und Tor verzierte, ist es anzunehmen, das das Gebäude selbst einige Jahre älter ist. Von dieser Zeit an lebten immer Techert-Nachkommen unter diesem Dach. Die letzte, die Kunitz Resi (Theresia Hajdú, geb. Techert), widmete ihr Leben neben ihrer Familie auch der Erhaltung des Elternhauses, denn wie Dr. Gertnid Franz-Roth im Heimatbuch Schambek sagt:1 „Der Bauer sah sich als Glied in einer Kette von Generationen: Was er zur Vervollkommnung des Hauses tat, kam nicht nur ihm, sondern auch seinem Nachfahren zugute. Sein Haus wurde so zum Träger des Familiensinnes." Sie lebte von ihrer Geburt (1906) an bis zu ihrem Verscheiden vor einigen Monaten (mit Ausnahme von kurzen Unterbrechungen) immer in dem aus Lehmziegeln gebauten Elternhaus, weißelte es jährlich 2-3 Mal, hegte und pflegte unermüdlich Haus, Hof und Garten. Besonders sorgfältig tat sie das nach der Aussiedlung, als die anderen schönen alten Bauernhäuser alle nach und nach abgerissen oder völlig umgebaut wurden. Sie sträubte sich energisch gegen die Modernisieningsvorschläge ihrer Kinder, so steht dieses Erbe heute noch so, wie im Jahre 1936, als es für zwei Familien umgestaltet wurde. Allein der Giebel war ihr in den 60er Jahren schon viel zu hoch zum Weißein, so haben sie es nach der damaligen Mode „abgehackt" und statt der kleinen Gitterfenster größere eingesetzt. Wasser, Bad, Toilette durften in den vorderen Wohntrakt nicht rein, weil das die traditonelle Gestaltung der Wohnung zerstört hätte. Jetzt lebt ilrr Mann, János Hajdú allein in dem fast vollkommen nach der alten Weise eingerichteten Bauernhof. Was aber später aus diesem mitteleuropäischen Kulturgut wird, ist momentan ein Fragezeichen, denn keines der vier Kinder kann soviel Geld und Mühe aufbringen, das zum Weiterleben dieses Ganzen - eventuell als Museum des Ungarndeutschtums - notwendig wäre.
1 Schambek - Zsámbék Bd.II S.28
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