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I. UMWELT, HERKUNFT, JUGENDJAHRE
Die Zeiten der epochalen Wandlungen, die großen historischen Krisen haben ihre eigentümlichen Vertreter und Wortführer: Schöpfergestalten, deren Werk, gleich einem Seismogramm, die Bewegung der inneren Kräfte ihrer Zeit und Gesellschaft abzeichnet und zum Ausdruck bringt. Die Gärung selbst mag sich in solchen Fällen in hundertfacher Gestalt, im Wollen und Wirken zahlloser Zeitgenossen spiegeln; den eigentlichen Kern und zugleich das Wort der Lösung spricht jedoch nur jene schöpferische Persönlichkeit aus, in der nicht nur der Wille zum Wandel, sondern auch das Gesetz des entstehenden Neuen, das Bewußtwerden der gesellschaftsbildenden Kräfte zum erstenmal und am klarsten zutage tritt. Eine solche Gestalt war in der Musik des zwanzigsten Jahrhunderts Béla Bartók.
Scharf, für immer unvergeßlich hat sich seine Gestalt jedem eingeprägt, der ihm einmal begegnet ist. Und das ist um so bedeutsamer, als der große Musiker niemals auch nur den geringsten Wert darauf gelegt hat, seine Persönlichkeit hervorzuheben oder zu stilisieren. Er konnte sich den größten Luxus seiner Zeit erlauben: aufrichtig und wahr zu sein. Und was seine Kunst zum größten Teil nicht verriet, kann seine Umgebung - seine Familie ebenso wie seine Bauernsänger und jugendlichen Schüler - bezeugen,