Bővebb ismertető
Einführung
»Belgien ist ein wundervolles Kunstbuch « (Eugene Fromentin, 1875)
Rom und Burgund, Spanien und Österreich, Frankreich, Holland und Deutschland -sie alle haben zur Geschichte Belgiens beigetragen und seiner Kunst den Charakter europäischer Vielfalt gegeben. Geographisch eine Einheit mit den Niederlanden, erstreckt sich die weite Ehene durchgehend von Holland bis Flandern, im Osten durch das waldige, felsenreiche Hochland der Ardennen - einem Teil des rheinischen Schiefergebirges - mit dem Maastal begrenzt, im Westen sein Gesetz durch die Herausforderung des Meeres empfangend. Hier, von der Yser bis zur Scheide, gibt es Landstriche, deren Polder unter Meereshöhe liegen und zur See hin durch Dämme geschützt werden. Dagegen erreichen die Ebenen Brabants, des Hennegaus, Limburgs sowie Teile der Provinz Lüttich eine Höhe von 50 bis 200 Metern. Das Ardennenvorland des sogenannten Condroz steigt bis zu 300 Metern an, und das Ardennenmassiv selbst erreicht im belgisch-deutschen Grenzgebiet bei 'Signal de Botrange' mit 694 Metern Belgiens höchsten Punkt.
Die großen Sonderleistungen, die der Kunst des Abendlandes auf diesem rund 30500 km2 großen Gebiet zuwuchsen — seien es die mittelalterlichen Goldschmiedearbeiten des Maaslandes, die Tafelmalerei von den Gebrüdern van Eyck bis Memling, das Phänomen Bruegel oder die Kunst des Rubens -, lassen sich nicht unter dem Begriff 'belgische Kunst' zusammenfassen. Denn als Belgien 1830 seine nationale Unabhängigkeit erhielt, war damit eine Entwicklung abgeschlossen, die in ständigem Nehmen und Geben die großen europäischen Kulturnationen zu gebetenen oder ungebetenen Partnern gemacht hatte. So gewöhnte man sich daran, von einer »Kunst in Belgien« zu sprechen, die den südniederländisch-flandrischen und den wallonischen Anteil umfaßt.
Ins Licht der Geschichte treten die vorwiegend keltischen >Belgae< in Cäsars gallischen Kriegen. Unter Ambiorix leisten die Eburonen den Römern verzweifelten Widerstand, und den Sieg über die Nervier auf belgischem Boden feiert noch Marcus Antonius bei Cäsars Begräbnis als hervorragendes Ereignis. Es markiert für die Provinz Gallia Belgica den Beginn der fast fünfhundertjährigen Pax Romana, die dem Lande neben fortschreitender Romanisierung die Verbindung zu den Zentren der spätantiken Welt schafft, Straßen entstehen, die vom heutigen Bavai über Tongeren und Maastricht