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EINLEITUNG
Oft genug, solang man unseren alten, jungen Kontinent durchquert hat, dieses noch immer alles vermögende Europa, wenn es einig wäre, diesen immer ohnmächtiger werdenden Erdteil, wenn er zerrissen, uneinig, eifersüchtig und zänkisch ist, konnte man und kann man noch den erstaunlichsten und verwirrendsten Paradoxien begegnen, auf Schritt und Tritt und allerorten.
Dasjenige Staatengebilde, das wir reichlich voreilig Bene-lux zu nennen pflegen, seit am 1. September 1947 eine Wirt-schafts- und Zollunion zwischen Belgien, den Niederlanden und Luxemburg in Kraft gesetzt worden ist, dem jedoch noch Währungsgleichheit und politische Einheit abgehen, ist aber wohl der absurdesten aller europäischen Paradoxien voll, obwohl man sich draußen längst daran gewöhnt hat, es als eine Art gesamteuropäischer Vorausstudie zu betrachten.
Die Paradoxien liegen nicht auf der Hand, sind nicht leicht greifbar - wenn man von solch relativ naheliegenden Fragen wie Sprachdifferenzen und seit alters her gepflegten Stammesvorurteilen absieht. Sie enthüllen sich auch dem Reisenden nicht ohne weiteres, wenn er nicht die groteske Geschichte dieser drei Länder ein wenig kennt, die wie ein Mikro-Vexier-Spiegel das Schicksal Europas in all seinen peinlichen Verzerrungen und Widersinnigkeiten vor das Auge des aufmerksamen Betrachters zaubert.
Mag die Geschichte Europas im Mikrokosmos der Bene-